USAWunderbar wilde Landschaften: Zehn US-Nationalparks abseits des Trubels

Stimmungsvolles Licht im Bryce Canyon National Park - (Foto: © Joe Cornish, Getty Images)
Stimmungsvolles Licht im Bryce Canyon National Park - (Foto: © Joe Cornish, Getty Images)

Den Namen "Yellowstone" hat schon fast jeder USA-interessierte einmal gehört. Dieser Nationalpark ist sicherlich der bekannteste und schönste Nordamerikas. Aber: Er ist beileibe nicht der einzige, denn insgesamt gibt es 59 dieser Naturreservate. Gerade wer gerne etwas abseits vieler Menschen reisen und staunen möchte, findet in dieser alternativen Liste der Nationalparks neue Ideen.

Auf dem Holzweg: Sequoia, Kalifornien

Im langen Schatten seines großen nördlichen Nachbarn, dem Yosemite National Park, bekommt der Sequoia Park nur einen Bruchteil der Touristen ab. Was für eine Chance, für Weltenbummler, die gerne die Natur in Ruhe genießen wollen. Denn zu sehen und erspüren gibt es dort freilich einiges.

Der Park liegt im Südwesten der USA in der Sierra Nevada und bietet in sich starke Gegensätze. Zum Beispiel die kargen Steine rund um den Monarch Lake am Fuße des Sawtooth Peak.

Im Sequoia Nationalpark gibt es Höhenunterschiede von rund 4.000 Metern und auch der höchste Berg der USA außerhalb Alaskas liegt hier, der Mt Whitney.

Stichwort "Höhe" – richtig berühmt ist Sequoia nämlich nicht für seine Berge, sondern für seine Mammutbäume. Die Wachsen teils bis 80 Meter in die Luft. Vorsicht also beim Entlanglaufen auf den Holzwegen - es droht Genickstarre.

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Alleine. Wirklich! Gates of the Arctic, Alaska

Das ist nun wirklich etwas für Abenteurer, denn Gates of the Arctic liegt – wie der Name vermuten lässt – bereits am Beginn der Arktis. Und der Park ist riesig: Seine Fläche nimmt einen großen Teil des Nordens von Alaska ein, ungefähr so viel wie die Niederlande an Landmasse besitzt.

"You're on your own" – so lautet die wichtigste Botschaft der Parkleitung an die Besucher. Fluch und Segen zugleich, denn natürlich suchen viele Menschen gerade diese Einsamkeit, aber das heißt auch: Kein Handy-Empfang im Notfall und schon gar keine Verpflegungsstationen. Dafür jede Menge Wildnis und Wildtier.

Es gibt zwar drei Besucherzentren, je eines in Fairbanks, Bettles und Coldfoot.

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Bei Thors Hammer: Bryce Canyon, Utah

Wenn etwas den Bryce Canyon charakterisiert, dann sind es seine "hoodoos" - bis zu 60 Metern hoch aufragende Gesteinssäulen und -bögen, die im Sonnenlicht orange zu leuchten beginnen. Sie formen an einer Stelle die große Arena, das "Bryce Amphitheater".

Und dann gibt es noch einen Star in der Landschaft: Thor’s Hammer, ein Fels, dessen Spitze wie ein Hammerkopf geformt ist.

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Der Ruhige für die Seele: Shenandoah, Virginia

Hier dominieren eher ruhige Landschaften: der höchste Berg geht gerade einmal auf 1.235 Meter, die Landschaft ist bedeckt von Laubwäldern und durchzogen von guten Wanderwegen. So richtig wild ist es hier also nicht. Kein Wunder, denn früher wurden hier Bereiche für Apfelplantagen genutzt.

Doch zum Erholen und Seele baumeln lassen ist der Shenandoah mit seinen Flüsschen und blauen Bergen bestens geeignet.

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Spiel mit dem Feuer: Hawai’i Volcanoes, Hawaii

Ersteinmal: Happy Birthday! Im Jahr 2016 wurde dieser Nationalpark hundert Jahre alt. Seine Sehenswürdigkeiten sind auch kein bisschen müde geworden und feiern ein feuriges Fest. Es gibt wenige Orte, an denen Vulkane noch so aktiv sind wie auf Hawaii. Und in diesem Park kann man ihnen nahe kommen.

Bisweilen werden dort sogar geführte Wanderungen auf Deutsch angeboten. Dann geht es durch den Regenwald in die Kīlauea Caldera hinein, wo der Besucher erkaltete Lavaströme und dazwischen zarte neue Pflanzen sehen kann.

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Reise in die Vergangenheit: Mesa Verde, Colorado

"Grüner Tisch" heißt Mesa Verde aus dem Spanischen übersetzt. Dieser Nationalpark geizt auch nicht mit Pflanzen, aber seine eigentlichen Vorzüge liegen im kulturellen Erbe der Pueblo-Indianer, die einst ihre Häuser in das Gestein der Höhlen und Hänge hineingetrieben haben. Zwischen 600 und 1.300 nach Christus hat diese Kultur hier deutliche Spuren hinterlassen. So hat sich dieser Nationalpark zu einem Mekka der Archäologie entwickelt. Einige der Häuser sind auch noch begehbar, andere wurden mittlerweile wegen Einsturzgefahr bis auf weiteres geschlossen.

Mesa Verde liegt übrigens nahe der "Four Corners", an der die vier Staaten Colorado, New Mexico, Arizona und Utah aufeinander treffen.

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Die Biege machen: Big Bend, Texas

Die Gegend Big Bend liegt ganz im Süden der USA. Ihr Name stammt vom Rio Grande, dessen Verlauf hier einen Knick nach Norden beschreibt. Gleichzeitig bildet der Fluss die Südgrenze des Parks und die Grenze zu Mexiko.

Hier geht es wieder in Extreme. Denn in den Canyons und Ebenen des Big Bend Nationalparks herrscht Hitze bis zu 40 Grad Celsius, während es auf den bis zu 2.385 Meter hohen Bergen angenehm kühl sein kann. Durch diesen Klimaunterschied gedeihen im Park auch ganz unterschiedliche Pflanzen. Kämpft in der Chihuahua-Wüste jeder Kaktus um seine Existenz, wachsen am Fluss und den Berghängen ganze Wälder.

Eine Besonderheit weist der Park noch auf: Er ist ein Lichtschutzgebiet. Heißt im Klartext, es wird hier wirklich noch sehr dunkel nachts, da keine nahe Stadt den Himmel anstrahlt. Und so kann man hier sehr gut den Sternenhimmel genießen.

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Eine Festung im Meer: Dry Tortugas, Florida

Dieser Nationalpark umfasst hauptsächlich Wasser, sieben Inseln – und eine Steinfestung. Das Fort Jefferson liegt am südwestlichen Inselausläufer Floridas, den Florida Keys. Der sechseckige Koloss wurde Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut und konnte bis zu 1.500 Soldaten aufnehmen. Alleine: Der Bau wurde nie ganz fertig gestellt, bald in ein Gefängnis umgewandelt und schließlich ganz aufgegeben.

Heute bilden die orangen Mauern einen großartigen Kontrast zum grünblauen Wasser und den weißen Stränden. Statt Soldaten beherbergt das Fort nun Vögel. Sie, die Schildkröten, die Korallenriffe und all das artenreiche Meeresleben hier an der Inselgruppe Dry Tortugas erschienen bald so schützenswert, dass hier ein Nationalpark eingerichtet wurde, der nur per Boot oder Flugzeug zu erreichen ist.

Da rund 99 Prozent des Parks unter Wasser liegen, lohnt sich Tauchen und Schnorcheln hier.

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Unter der Erde: Wind Cave, South Dakota

Nicht nur unter Wasser kann es wunderbares Leben geben. Auch in der Erde findet sich Interessantes. Die Wind Cave in South Dakota zeigt das. Das Höhlen-System erstreckt sich über 200 Kilometer und gilt damit als das viertlängste der Welt.

Keine Sorge, verirren wird sich mit den geführten Touren in der Unterwelt vermutlich niemand. Man kann auch zwischen leichten und schwierigeren Erkundungen wählen. Der Namen Wind Cave rührt daher, dass es zwischen Höhle und Oberfläche starke Druckunterschiede gibt, die sich dann am Eingang durch einen sehr heftigen Wind manifestieren. Dabei kann die Richtung wechseln: mal "saugt" die Höhle, mal "pustet" sie.

Übrigens: Nicht nur in der Höhle ist es schön, in der umliegenden Gegend finden sich Wildtiere wie zum Beispiel Antilopen. 

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Hinterlässt einen tiefen Eindruck: Crater Lake, Oregon

Einige tausend Jahre vor Christus hat es hier kräftig geknallt. Der Mount Mazama Vulkan brach aus und spuckte einen Teil seiner Magmakammern im Erdinneren nach außen. Die Folge: Die Landmasse über der Kammer brach nach unten ein und formte einen tiefen Krater, der sich über die Jahrhunderte mit Schmelz- und Regenwasser füllte. Der Crater Lake war geboren.

Das Wasser des Sees ist absolut rein und wirkt tiefblau. Das liegt auch an seiner Tiefe, denn er reicht bis auf 594 Meter hinunter – Crater Lake gilt daher als der tiefste See der USA.

Als wäre das noch nicht genug, haben kleinere Ausbrüche des Vulkans in der Mitte des Sees eine kegelförmige Insel aufgetürmt, die nun herrlich mit Wald bedeckt ist. Sie sieht wahrlich zauberhaft aus, was ihr den Namen Wizard Island bescherte.

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Text: Stephan Goldmann

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