Venezuela
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Sehenswertes
Caracas
In einem malerischen Tal an der Nordküste liegt Venezuelas Hauptstadt Caracas, in der fast 3,5 Millionen Einwohner leben. Die progressive und kosmopolitische Metropole ist mittlerweile stark "yankeefiziert" und weist kaum noch etwas von ihrer kolonialen Vergangenheit auf. Hier stehen einige der beeindruckendsten modernen Bauten von ganz Südamerika - und nur wenige Kilometer entfernt stößt man auf ausgedehnte ranchos, Elendsviertel aus Wellblech und Pappkarton, die sich so weit das Auge reicht über die Hügel rings um die Innenstadt erstrecken und das Ergebnis unkontrollierter Zuwanderung und Landflucht sind.
Zu den Sehenswürdigkeiten zählen die Plaza Bolívar mit ihrer Kathedrale aus dem 17. Jahrhundert; die Casa Natal de Bolívar, Geburtshaus von Simón Bolívar; die Santa Capilla, eine neugotische Kirche aus dem 19. Jahrhundert, die nach dem Vorbild der Pariser Sainte Chapelle erbaut wurde; der monumentale Palacio de Miraflores, Regierungssitz des ehemaligen Staatsmannes Joaquín Crespo; der Panteón Nacional, letzte Ruhestätte zahlreicher herausragender venezolanischer Persönlichkeiten; das Viertel Petares, das sich seinen Kolonialcharakter bewahrt hat; und der moderne, von Menschen wimmelnde Parque Central, der einen Eindruck vom heutigen, jungen Caracas vermittelt.
Die meisten Budgethotels befinden sich in den weniger einladenden Stadtteilen, die vor allem nachts nicht unbedingt sicher sind. Das beste dieser Viertel ist vielleicht noch Sabana Grande. Es ist wichtig, ständig auf der Hut zu sein, denn in den letzten Jahren haben Überfälle und Taschendiebstähle stark zugenommen. Das Nachtleben konzentriert sich auf die Viertel Las Mercedes, El Rosal, La Floresta und La Castellana. Besucher können auf ein Bier in den Greenwich Pub gehen oder in der Juan Sebastián Bar den Jazzrhythmen lauschen, eine der wenigen authentischen Kneipen mit dieser Musikrichtung in der Stadt.
Río Orinoco
Der drittlängste Strom Südamerikas legt zwischen seiner Quelle nahe der brasilianischen Grenze im Süden Venezuelas bis zu seinem weitläufigen, überfluteten Delta an der Nordostküste rund 2150 km zurück. Auf den unzähligen, bewaldeten Inseln des Deltas lebt das Volk der Warao. Die Warao wohnen in Pfahlbauten an den Flussufern, bewegen sich meistens per Kanu vorwärts und ernähren sich vom Fischfang. An den unteren Orinokoausläufern liegt Ciudad Bolívar (ehemals Angostura), eine heiße Stadt mit einer glorreichen Vergangenheit und beachtlichem kolonialem Charme. Hier richtete Simón Bolívar sein Basislager für die letzte Etappe des Befreiungskriegs ein und bis zur Unabhängigkeit von Spanien war Ciudad Bolívar provisorische Landeshauptstadt.
Die meisten Touristen hier befinden sich wahrscheinlich auf dem Weg nach Canaima, der wunderbaren Stadt am Río Carrao, gleich unterhalb eines Flussabschnitts mit sieben herrlichen Wasserfällen gelegen. Auf einem Landvorsprung ganz in der Nähe befindet sich der Salto Angel (Angel Falls), mit seiner Höhe von 807 m (16mal höher als die Niagarafälle) der höchste Wasserfall der Welt. Fährt man weiter Richtung Südosten, erreicht man die faszinierende Landschaft der Gran Sabana, ihre tepuis - riesige, abgeflachte Berge - und simas - bis zu 350 m breite Dschungelsenken, eingerahmt von senkrechten Felswänden.
Die venezolanischen Anden
Die üppig grünen Berge der Sierra Nevada de Mérida in den nordwestlichen Landesausläufern Venezuelas bilden die Nordspitze der Anden. Die Bewohner der zahlreichen kleinen Dörfer gehen noch immer ihrem traditionellen Lebensstil nach und wer sich der Anstrengung einer Gebirgswanderung auf einem der Pfade aussetzt, wird mit sagenhaften Ausblicken auf die schneebedeckten Gipfel reich belohnt. Das freundliche Städtchen Mérida, das sich nur 12 km entfernt vom höchsten Berg des Landes, dem Pico Bolívar, in die Gebirgslandschaft schmiegt, ist eines der begehrtesten Touristenziele Venezuelas.
Die Karibikküste
Die Nordostküste eignet sich ausgezeichnet zum Schnorcheln, Tauchen, Angeln, Segeln oder einfach zum Faulenzen und Sonne tanken. Hier befinden sich die malerischsten Strände Venezuelas - lange weiße, von Kokospalmen gesäumte Sandstreifen, an die unaufhörlich sanfte, herrlich türkisfarbene Karibikwellen schlagen. Die Isla Margarita, 40 km vom Festland entfernt, ist ein kleines Strandparadies und bevorzugtes Sonn- und Feiertagsziel der Venezolaner. Die Insel besitzt ausgezeichnete Fährverbindungen mit Cumaná und Puerto La Cruz auf dem Festland.
Coro
Coro, am Beginn der Landenge zur Península de Paraguaná gelegen, ist eine hübsche, ruhige und kulturbewusste Karibikstadt, die einige der schönsten Kolonialbauten Venezuelas aufzuweisen hat. Der bereits im Jahre 1527 gegründete Ort war eine der frühesten Kolonialniederlassungen auf dem Kontinent, doch die meisten architektonisch wertvollen Bauwerke datieren aus dem 18. Jahrhundert, als Coro ein florierendes Schmuggelzentrum war, das einen schwungvollen Handel mit den Inseln Curaçao und Bonaire unterhielt. Der historische Stadtkern wurde in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts unter Denkmalschutz gestellt und eine ganze Reihe von Gebäuden sind restauriert worden. Die schönste der kolonialen Straßen ist die von herrlichen alten Häusern gesäumte, kopfsteingepflasterte Calle Zamora. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Kathedrale und das Museo de Arte Coro.
Der Amazonasdschungel
Das Amazonasbecken im Süden des Landes wird von dichtem, tropischen Regenwald bedeckt, der kreuz und quer von Flüssen durchzogen und Lebensraum mehrerer, von der "Zivilisation" fast unberührter Indianervölker ist. In der heißen, aber freundlichen Stadt Puerto Ayacucho werden Touren auf dem Orinoco, Sipapo oder Autana sowie tief in das venezolanische Amazonasgebiet hinein angeboten.
Noch mehr Sehenswertes
Colonia Tovar
In den abgeschiedenen Bergwäldern der Cordillera de la Costa, rund 60 km westlich von Caracas, liegt der eigentümliche Gebirgsort Colonia Tovar. Die Stadt wurde 1843 von einer Gruppe deutscher Siedler gegründet und schottete sich fast ein Jahrhundert lang von jeglichem Kontakt mit der Außenwelt ab. Da es keine Zufahrtswege gab, kam kaum jemals ein Fremder hierher, und rigide Vorschriften sorgten dafür, dass die Bewohner ausschließlich ihrer eigenen Kultur verhaftet blieben (so war es z. B. verboten, jemanden zu heiraten, der nicht aus der Kolonie stammte). Erst in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die spanische Sprache eingeführt; eine befahrbare Straße gibt es seit 1963. Heute ist Colonia Tovar ein nettes Städtchen, dem sein Ursprung noch immer anzumerken ist - auch wenn die Einwohner ein praktisch unverständliches Deutsch sprechen. Man findet hier schöne Kunst- und Kunstgewerbeläden und ein großer Teil der Originalarchitektur blieb erhalten, ebenso wie die Tradition, einige Lebensmittel nach uralten deutschen Rezepten herzustellen.
Roraima
Im Grenzgebiet von Venezuela, Guayana und Brasilien liegt ein 280 qkm umfassendes Plateau namens Roraima, das sich bei Trekking- und Botanikfreunden zunehmender Beliebtheit erfreut. Wer das Gebiet erwandern möchte, muss dafür insgesamt fünf Tage veranschlagen. Üblicherweise wird verlangt, dass man für die beiden letzten Tage einen ortskundigen Führer anheuert. Zwar erschweren heftige Regengüsse die Trekkingtour, aber der Anstieg ist faszinierend und die Mondlandschaft oben auf der Mesa mit ihren geschwärzten Felsen, pinkfarbenen Sandstellen und fantastischen Gewächsen scheint direkt einem Sciencefiction-Film zu entstammen.
Salto Aponguao
Der Salto Aponguao ist einer der gewaltigsten und fotogensten Wasserfälle in der Region La Gran Sabana, lässt sich allerdings nur unter Einsatz von etwas Zeit und Energie erreichen. Eine Möglichkeit besteht darin, von der Hauptstraße abzubiegen und dann rund 40 km auf einer unbefestigten Straße bis zu dem indianischen Dörfchen Iboribó weiterzufahren. Dort findet man Dorfbewohner, die Besucher per curiara (Kanu) ans andere Ufer des Río Aponguao bringen, von wo es noch eine halbe Stunde Fußweg bis zum Wasserfall ist. Man kann aber auch eine Bootsfahrt direkt zum Wasserfall arrangieren und zurückmarschieren. Wie auch immer - der Ausflug zu dem 105 m hohen Salto lohnt sich. Ein gut ausgeschilderter Pfad führt zum Fuß des Wasserfalls, wo Teiche zum Baden einladen. In der Nähe befindet sich ein idyllischer Campingplatz mit herrlicher Aussicht auf den Wasserfall und die Landschaft ringsherum.
Preisniveau
Mahlzeiten
- Billiges Essen: 6000-13 000 Bs
- Mittelklasserestaurant: 13 000-28 000 Bs
- Luxusrestaurant: ab 40 000 Bs
Übernachtung
- Einfaches Zimmer: 20 000-50 000 Bs
- Mittelklassehotel: 50 000-115 000 Bs
- Luxushotel: ab 230 000 Bs
Währung
Venezuelischer Bolívar (Bs)








