Trotz all ihrer beeindruckenden Naturschauspiele – hoch aufragende Basaltklippen, steil herabstürzende Wasserfälle, Weiden, die wie grüne Edelsteine funkeln – ist es der Zusammenhalt der eng miteinander verbundenen Einheimischen, der die Faröer-Inseln zu einem so liebenswerten Reiseziel macht.

Naturspektakel warten auf den Färöer an jeder Ecke. Der abgelegene Archipel – ein vulkanischer Zwischenstopp für Zugvögel auf halbem Weg zwischen Island und Schottland – ist voll von Klippen, die aussehen wie das Ende der Welt, donnernden Wasserfällen, die sich in den Nordatlantik ergießen, und zerklüfteten smaragdgrünen Hügeln, die vom Dämmerlicht erleuchtet werden. Doch es gibt eine Sache, die all das zusammenhält: ein echtes Gemeinschaftsgefühl.

Es spielt keine Rolle, ob du zum Wandern, Klettern, Entspannen oder einfach nur zum Staunen da bist, du wirst dich auf den Färöern fast nie als Tourist:in fühlen. Du wirst in Restaurants und Geschäften herzlich willkommen geheißen oder auf der Straße zu einem Plausch angehalten. Im Dorf Tjørnuvik genießt du Waffeln und Kaffee in Gesellschaft von Menschen, die hier ihr ganzes Leben verbracht haben. Du brauchst eine Wegbeschreibung? Die Einheimischen bringen dich vielleicht persönlich an dein Ziel.

Jedes Jahr im April schließen die Inseln zu Instandhaltungszwecken. Die Einheimischen beherbergen in dieser Zeit 100 ‚Voluntourist:innen‘, die Wanderwege ausbessern, Steinhügel wieder aufbauen und dabei helfen, atemberaubende Landschaften zu erhalten. Doch wer wirklich in die Gemeinschaft der Inseln eintauchen möchte, sollte am Ólavsøka-Nationalfeiertag kommen. Bei dieser Feier, die jedes Jahr am 29. Juli in Tórshavn stattfindet, kommen fast alle der 52.000 Einwohner:innen der Inseln zu Kettentanz, Balladengesang und feierlichem Gelage zusammen.

 

„Was ich an den Färöern liebe, sind die frische Luft, die Berge, und der ständige Ausblick aufs Meer. Sonntags fahre ich immer nach Gjógv und esse im Gästehaus Gjáargarður zu Mittag. Dort gibt es einen großartigen Mittagstisch mit hausgemachten Fleischbällchen und Kartoffelsalat. Ich habe nach dem Rezept für die Fleischbällchen gefragt, aber das ist geheim, hat man mir gesagt. Und die hausgemachten Pfannkuchen mit Rhabarbermarmelade und Sahne sind ein Muss.“

– Oda Wilhelmsdóttir Andreasen, Besitzerin des Gästehauses auf Mykines

 

Für eine ultimative Kostprobe färöischer Gastfreundschaft lohnt sich eine Überfahrt mit der Nachmittagsfähre von Sørvágur nach Mykines und ein Aufenthalt im einzigen Gästehaus der Insel. Dort siehst du nicht nur die Tausenden Papageientaucher, die jeden Sommer auf der Insel verbringen, sondern wirst auch von Oda, der Besitzerin des Gästehauses, von der Fähre abgeholt, mit einem fabelhaften Fischgericht bekocht und auf eine unvergessliche Sonnenuntergangswanderung mitgenommen.

Text: Eric Stoen
Übersetzung: Sarah Uhrig

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