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Taiwan

Der perfekte Trip durch Taiwan

Originaltext: Rory Goulding
Übersetzung: Andrea Bierle, überarbeitet von Digital Redaktion
vom 29.10.2025
© happyduck100, Shutterstock

Der perfekte Trip durch Taiwan führt von Taipehs urbaner Energie in die mächtigen Schluchten des Taroko-Nationalparks, durch die Tempelgassen von Tainan bis zu den Stränden von Kenting.

Überschattet von Asiens riesigen Nachbarn, hat sich Taiwan zu einer grünen Trend‑Destination gemausert. Gerade mal so groß wie Baden‑Württemberg, bietet die Insel 3.000 Meter hohe Gipfel, Teeplantagen, Traumstrände und spannende Metropolen. Kurz: Alles, was das Reiseherz begehrt.

1. Stopp: Taipeh – Stadt der Kontraste

© FenlioQ, Shutterstock
Skyline von Taipeh.

Hoch über der Stadt hält ein Elefant Wache, Seite an Seite mit einem Löwen, einem Leoparden und einem Tiger. Von den grünen Hügeln im Osten Taipehs führen vier Wege ins Zentrum, jeder nach einem dieser wilden Tiere benannt.
Der Anstieg zum Elephant Mountain ist steil und schweißtreibend, aber oben wirst du mit einem Panorama belohnt, das dir den Atem raubt: ein unvergesslicher Blick über Taipehs Skyline mit dem Taipeh 101, der wie ein Leuchtturm in den Himmel ragt.

Nicht weit davon entfernt liegt 44 South Village, eine Ansammlung kleiner, ziegelgedeckter Häuser im Schatten der Wolkenkratzer. Entstanden in den 1950er‑Jahren für geflüchtete Soldaten nach dem chinesischen Bürgerkrieg, ist das Viertel heute Symbol für Wandel. Zwischen Grasflächen und alten Betonbunkern picknicken Familien, junge Künstler verkaufen Handmade‑Designs, und Radfahrer gleiten mit den orangefarbenen YouBikes durch die Straßen – den Mieträdern, die längst zum Stadtbild gehören.

Taipeh hat verstanden, dass Modernisierung nicht bedeutet, Geschichte zu vergessen. Zahlreiche alte Gebäude wurden revitalisiert und mit neuem Leben gefüllt. Im Huashan 1914 Creative Park, einer ehemaligen Weinhalle, stöberst du durch Galerien, Boutiquen und Cafés. Ähnliches gilt für den Songshan Cultural and Creative Park, einst Tabakfabrik, heute Heimat des Taiwan Design Museum.
„Das Siegel Made in Taiwan steht inzwischen für Qualität“, sagt Edward Tseng, Besitzer eines Pop‑up‑Möbelladens im Huashan‑Park. „Der Platz ist knapp in dieser Stadt – unser Design muss multifunktional sein.“ Er klappt ein minimalistisches Sofa auf, das in jede Mini‑Wohnung passt.

Auf gutes Design legt Taipeh ebenso viel Wert wie auf gutes Essen. Und das bekommst du überall – sogar in Fast‑Food‑Ketten wie Din Tai Fung, wo die berühmten Teigtaschen per Hand gefaltet werden: exakt 18 Falten pro Stück, nicht mehr, nicht weniger.

2. Stopp: Taroko‑Nationalpark – Wasserfälle und wilde Pfade

© Jeaniepie, Shutterstock

Nach dem urbanen Trubel entkommst du in den Taroko‑Nationalpark, ein Naturwunder aus weißem und grauem Marmor, durchzogen vom Liwu‑Fluss. Wasser donnert durch die enge Schlucht, Nebel hängt in den Bergen, Brücken und Tunnel schlängeln sich durch steile Felsen. Hier zeigt Taiwan seine wilde Seite.

Der beste Ausgangspunkt ist Hualien. Wandere am türkisblauen Shakadang Trail entlang, besuche den Eternal Spring Shrine oder wage dich auf den Zhuilu Old Trail, der sich in schwindelerregender Höhe an den Fels klammert. Unterwegs begegnen dir Angehörige des Truku‑Volkes, deren Kultur eng mit dieser Landschaft verbunden ist. Am Abend kehrst du in Hualien ein, isst frisch gefangenen Fisch und siehst, wie die Sonne die Marmorschluchten in goldenes Licht taucht.

3. Stopp: Tainan – Zeugnis der Geschichte

© Richie Chan, Shutterstock

Weiter im Südwesten begrüßt dich Tainan, die älteste Stadt des Landes und ihr kulturelles Herz. Zwischen mehr als 300 Tempeln hallt der Klang von Gebetsglocken, Straßenhändler rufen ihre Gerichte aus, und der Duft von Räucherstäbchen liegt in der Luft.

Im Anping‑Viertel wachst du direkt zwischen Geschichte auf: Banyan‑Bäume wuchern über rote Mauern, Ranken verschlingen das alte holländische Fort Zeelandia, und kleine Werkstätten stellen Keramik und Teekannen her. Alles wirkt ruhiger, wärmer, einfacher als im Norden.

Kulinarisch ist Tainan ein Paradies. Probiere das berühmte Coffin Bread, die herzhafte Austern‑Omelette oder Danzai‑Noodles mit Schweinehack. Zwischen Gebetsfahnen und Streetfood wird Tainan schnell zu einem Ort, an dem du bleiben willst, statt weiterzureisen.

4. Stopp: Kenting – Tropisches Finale am Meer

© Sean Yeh, Shutterstock

Ganz im Süden schließt du deine Taiwan‑Tour mit Sonne, Sand und Surfen ab. Kenting, am Südzipfel der Insel, fühlt sich an wie ein Urlaub im Urlaub – Palmen, türkisfarbenes Meer und lebenslustige Abende.

Im Kenting‑Nationalpark wanderst du zwischen Korallenklippen, Bambuswäldern und tropischen Pflanzen. An der Küste warten Strände wie der Baisha Beach oder Nanwan, wo Surfer über die Wellen sausen. Abends verwandelt sich Kenting Town in ein Lichtermeer – mit Livemusik, Märkten, Grillduft und einem Lächeln auf jedem Gesicht. Stiller ist es am Eluanbi‑Leuchtturm, Taiwans südlichstem Punkt. Von dort siehst du das Meer auf beiden Seiten – ein perfekter Abschluss.

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