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Frankreich
So geht Frankreich mit kleinem Budget
Übersetzung: Ines Wagner, überarbeitet von Digital Redaktion
Wenig Geld für den Urlaub? Mit ein wenig Planung ist es nicht schwer, Frankreich mit kleinem Budget zu genießen.
Du benötigst keinen dicken Geldbeutel, um mit einem Glas Champagner in der Hand auf der Seine zu fahren oder das ganze Land zu bereisen. Wenn du frühzeitig und klug planst, liegen dir Frankreichs Wunder unabhängig von der Höhe deines Budgets zu Füßen. Ganz gleich, ob du die köstlichen Speisen und Weine probieren möchtest, für die das Land zu Recht berühmt ist, die abwechslungsreiche und wunderschöne Landschaft erkunden oder durch eine geschäftige Stadt oder ein charmantes französisches Dorf schlendern möchtest: Viele der französischen Vergnügungen lassen sich für wenig Geld - oder sogar kostenlos - genießen. Hier sind die besten Low Budget Tipps für deine Frankreich Reise.
Über den Flughafen Charles de Gaulle hinausdenken
Der größte Flughafen Frankreichs ist oft das Standardziel für Frankreich-Besucher - aber das Landen auf dem Hauptflughafen in der Hauptstadt kann recht teuer werden. Günstiger sind oftmals Flüge zum Pariser Flughafen Orly oder zu einem Regionalflughafen. Wenn dein Ziel die Provence ist und du ohnehin keinen Stopp in Paris einplanst, lohnt es sich, bei einer günstigen Fluggesellschaft zu buchen, die etwa Marseille oder Nizza anfliegt. Züge und Busse verkehren auch aus anderen EU-Ländern nach Frankreich. Außerdem befinden sich die Bahnhöfe in der Regel direkt im Stadtzentrum, was Zeit und Geld beim Umsteigen spart.
Die passende Saison auswählen
Eine Reise nach Frankreich im Sommer, besonders in der Hauptreisezeit während der Schulferien, ist teurer. Wenn es zeitlich möglich ist, nutze besser die Neben- und Zwischensaison. Das Wetter in ganz Frankreich ist im Mai und September und oft auch im April und Oktober herrlich. Herbst oder Frühjahr sind daher eine prima Option und wesentlich günstiger. Wenn du bereit bist, dich warm anzuziehen und eine andere Seite Frankreichs kennenzulernen als das, welches du aus Filmen kennst, hat auch der Winter seine Reize.
Günstig essen mit Mittagsmenüs und Plats du jour
"Le menu" ist im Französischen ein zwei- oder dreigängiges Menü zu einem festen Preis. Es ist das günstigste Angebot in der Gastronomie. Die meisten Bistros und Restaurants bieten diese Option an, die normalerweise mit Kreide auf einer Tafel angezeigt wird. Mittagsmenüs enthalten gelegentlich ein Glas Wein und/oder Kaffee. Bei Abendmenüs bieten Restaurants manchmal sogar zu jedem Gang ein perfekt abgestimmtes Glas Wein an.
Zweigängige und dreigängige Mittagsmenüs sowie besonders günstige Tagesgerichte (plats du jour) kosten in Restaurants nur einen Bruchteil des Preises eines Abendessens.
Picknick mit Zutaten vom Markt zusammenstellen
Frankreich ist mit seiner malerischen Landschaft und seinen hervorragenden kulinarischen Produkten ein Paradies für Picknicker. Kaufe ganz einfach ein leckeres Baguette in der Boulangerie (Bäckerei) und fülle es mit Camembert, Pastete oder Charcuterie (Wurstwaren) vom örtlichen Straßenmarkt. Den süßen Abschluss bilden Macarons (in Paris), der bretonische Butterkuchen Kouign-amann, Kirschen (in Südfrankreich) oder - für besondere Feinschmecker - Champagner und biscuits roses (in Reims).
Weinverkostung mit kleinem Budget
Kaufe Weine am besten direkt beim Erzeuger - dem Producteur oder Vigneron. Die meisten Winzer bieten vor Ort eine Dégustation (Verkostung) an, bei der du zwei oder drei Jahrgänge probieren kannst, ohne dich gleich zum Kauf zu verpflichten. Dank der großen Produktionsmengen und des reichen Angebots sind Weine in Frankreich vergleichsweise günstig. Verzeichnisse von Weingütern, Weinkellern und Genossenschaften sind in den örtlichen Tourismusbüros und auch den Weinhandlungen der großen Städte in den Weinanbaugebieten erhältlich. Sogar Supermärkte bieten gute Jahrgänge zu günstigen Preisen an. Noch preiswerter und im internationalen Vergleich trotzdem großartig sind meistens die roten und weißen Hausweine (vins de table).
Frankreichs Köstlichkeiten genießen
- Frisch geröstete Esskastanien gibt’s im Winter an Straßenecken in Papiertüten.
- Socca sind Pfannkuchen aus Kichererbsenmehl, die typisch für Nizza an der Côte d'Azur sind.
- Pan bagnat ist das knusprige Thunfischsandwich aus Niçois, das in fruchtigen, grünen Olivenöl getränkt wird.
- Ein Flammkuchen, tarte flambée auf Französisch, ist ein elsässischer Pizzateig mit dünner Kruste, der mit saurer Sahne, Zwiebeln und Speck belegt ist.
- Croques monsieur sind getoastete Schinken-Käse-Sandwiches, Croques madame sind hingegen mit Käse und einem Ei belegt.
- Zu den besten Glaciers (Eismachern) Frankreichs gehören Berthillon in Paris, Glaces Geronimi und Raugi auf Korsika und La Martinière in St-Martin-de-Ré. Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt: Von Myrten-, Kastanien-, Lavendel-, Artischocken- bis Camembert-Eis reicht die Palette
- Frankreichs Crêpes - die großen, dünnen, süßen Pfannkuchen, die in der ganzen Welt bekannt sind - werden an Straßenständen zubereitet.
- Galettes sind ihre herzhaften, in der Regel glutenfreien Verwandten, die aus Buchweizenmehl hergestellt und typischerweise mit Fromage (Käse) und Jambon (Schinken) serviert werden.
- Pissaladière, die traditionelle "Pizza" aus Niçois, wird mit salzigen Anchovis und süßen karamellisierten Zwiebeln belegt.
- Beignets au brocciu sind korsische, frittierte Krapfen, süß oder herzhaft, gefüllt mit dem lokalen Frischkäse der Insel.
- Gougères, die unwiderstehlichen, käsigen Teigtaschen, die man mit dem Burgund assoziiert, begleiten normalerweise einen Aperitif, sind aber auch ein köstlicher, preiswerter Snack.
Übernachtungen strategisch buchen
In Frankreich ist es nicht unbedingt nötig, mehrere Zimmer für die Familie zu buchen. Für Familien ist es außerdem wesentlich günstiger, in Hotels nach einem Doppelzimmer mit zwei Zusatzbetten zu fragen als nach einem Dreibettzimmer. Für Familien mit vier oder mehr Personen sind Unterkünfte mit Selbstverpflegung preiswerter. Wer sich frühzeitig umschaut, hat die Qual der Wahl, wird aber garantiert fündig.
Ermäßigte Eintrittskarten für Sehenswürdigkeiten recherchieren
Die meisten Städte in Frankreich bieten einen Pass an, der gebündelte oder ermäßigte Eintrittskarten für Museen sowie andere Sehenswürdigkeiten und Attraktionen enthält. Informationen findest du über die Website des örtlichen Tourismusbüros, oder du spaziert kurzerhand hinein und lässt dich persönlich beraten. Es lohnt sich in jedem Fall - bevor du einzelne Eintrittskarten kaufst, um danach festzustellen, dass sie mit dem Pass wesentlich günstiger gewesen wären. In vielen Orten bieten Museen und städtische Sehenswürdigkeiten am ersten Sonntag des Monats sogar freien Eintritt an.
Studenten- oder Seniorenausweis einpacken
Wenn du Student, Jugendlicher oder über 60 Jahre alt bist, solltest du unbedingt deinen Ausweis mitnehmen: Viele Sehenswürdigkeiten bieten freien Eintritt, sofern du deinen Status mit dem entsprechenden Ausweis nachweisen kannst.
Das französische Lebensgefühl ist kostenlos
Ein Großteil des Zaubers von Frankreich geht ganz einfach von der Umgebung aus: den quirligen Quartieren der Städte und den ruhigen Dorfstraßen auf dem Land. Überall finden sich historische Gebäude, interessante Straßen und malerische Plätze, Winkel und Gassen. Daher kannst du ganz viel von der Kultur des Landes ohnehin kostenlos genießen. Ziehe einfach auf eigene Faust los und lass dich treiben. Und wenn du einmal mehr in die Tiefe gehen möchtest, kannst du das zumeist kostenlose Infomaterial oder sogar die Audioguide-Apps der örtlichen Tourismusbüros nutzen.
Mit dem Zug reisen
Frankreichs Zugnetz ist umfangreich, unkompliziert und erschwinglich. Mit Rail Pässen und den Angeboten der Intercity-Züge kannst du das komplette Streckennetz kostengünstig nutzen. Die günstigsten Fahrkarten der SNCF heißen Prem’s und sind im Internet, an den Schaltern und Automaten erhältlich. Sie sind in begrenzter Anzahl verfügbar und können bis zu drei Monate im Voraus gebucht werden. Diese Angebote der SNCF sind nicht erstattungsfähig oder umbuchbar.
Die Hochgeschwindigkeitszüge, etwa der berühmte TGV, sind am teuersten. Aber auch hier gibt es regelmäßig Sonderangebote – wer früh bucht, fährt oft deutlich günstiger.
Ermäßigte Tarife im Regionalverkehr
Für viele ermäßigte Tarife im Regionalverkehr sind weder ein Ermäßigungsnachweis noch ein Kauf im Voraus erforderlich. Die sogenannten Loisir-Tarife gelten beispielsweise für Hin- und Rückfahrten mit Übernachtung am Zielort oder für Reisen an einem Wochenendtag. Die Découverte-Tarife richten sich an Reisende zwischen 12 und 25 Jahren, Senioren sowie erwachsene Begleitpersonen von Kindern unter zwölf Jahren und gelten für bestimmte Zeiten mit geringerer Auslastung.
Mit Familie oder Freunden als Gruppe reisen
Mit den Mini-Groupe-Zugtickets kannst du in einigen Regionen für fünf bis neun gemeinsam reisende Personen viel Geld sparen. Voraussetzung ist in der Regel, eine Samstagnacht am Zielort zu verbringen. Die genauen Bedingungen können je nach Region variieren.
Carte Avantage Senior für Zugreisen
Für 49 € im Jahr bietet die Carte Avantage Senior viele Ermäßigungen für Reisende ab 60 Jahren. Dazu zählen ganzjährig 30 Prozent Ermäßigung auf Fahrten mit TGV INOUI und Intercités sowie 60 % Ermäßigung für bis zu drei mitreisende Kinder im Alter von 4 bis 11 Jahren. Ein weiterer Vorteil: Bis zu sieben Tage vor der Abfahrt können Fahrkarten kostenlos umgetauscht oder erstattet werden. Ab sechs Tage vor Abfahrt ist ein Umtausch weiterhin möglich, jedoch gegen eine Gebühr. Nach Abfahrt sind Rückerstattung und Umbuchung nicht mehr möglich.
Abseits der Autobahn tanken
Tanken (faire le plein) ist an Autobahnraststätten am teuersten und in der Regel in Super- und Verbrauchermärkten wie Carrefour, Intermarché, Leclerc und Super U am günstigsten.
Strategisch klug parken
In vielen mittelgroßen Städten gibt es Parkzonen außerhalb des Stadtzentrums, was sehr praktisch ist, weil im Zentrum die höchsten Gebühren pro Stunde mit kürzesten Parkzeiten gelten. Die Gebühren werden sofort günstiger, wenn die Parkplätze etwas weiter außerhalb liegen. Oft ist es sogar sinnvoll, am Stadtrand zu parken und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ins Zentrum zu fahren. Einige Städte bieten kostenlose Shuttlebusse an, die Navettes, die von den Parkplätzen ins Zentrum fahren.
In Stadtzentren den öffentlichen Nahverkehr nutzen
Mit dem Auto im Zentrum von Paris oder anderen französischen Großstädten einen Parkplatz zu finden, ist ein aussichtsloses Unterfangen. Von den Bahnhöfen aus lassen sich bequem alle Metrostationen, Straßenbahnlinien und Buslinien erreichen. Es lohnt sich also, eine Nahverkehrskarte zu kaufen und sich mit den Öffentlichen auf den Weg zu machen.
Und die Seine-Kreuzfahrt mit Champagner?
Am günstigsten kommst du weg, wenn du dir deinen eigenen Champagner im Supermarkt kaufst und in den Pariser Batobus steigst, der nur 17 Euro kostet, um die Seine herunterzufahren. Es gibt neun Haltestellen zum Zusteigen.