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Provence & Côte d’Azur - 3 Tipps für Frankreichs Süden

Der perfekte Trip

Originaltext: Rory Goulding
Übersetzung: Christine Ritzenhoff, überarbeitet von Digital Redaktion
vom 26.10.2025
© lukaszimilena, Shutterstock

Der Süden Frankreichs ist mehr als ein Ort zum Urlaubmachen – er ist ein Lebensgefühl. Zwischen sanften Lavendelfeldern, Pinienhainen und türkisfarbenem Mittelmeer entfaltet sich ein Rhythmus, in dem man unweigerlich langsamer atmet. Es ist eine Landschaft, die Maler, Schriftsteller und Träumer seit Jahrhunderten anzieht – Vincent van Gogh, Cézanne, Colette. Und auch heute noch finden hier Sonnenhungrige, Genießer und Kulturreisende ihren ganz persönlichen Südtraum. Diese Reise führt dorthin, wo das Licht warmer Nachmittage golden auf alten Steinen ruht: an die Côte d’Azur und in die Herzlandschaft der Provence. Lonely Planet gibt drei Tipps zur einzig wahren Tour de France.

1. Nizza - Glitzerndes Küstenjuwel

© Arcady, Shutterstock
Die berühmte englische Promenade von Nizza.

Wer in Nizza aus dem Zug oder vom Boulevard direkt ans Meer stolpert, versteht sofort, warum die Stadt seit Generationen Künstler und Aussteiger anzieht. Schon auf den sonnenüberfluteten Plätzen entfaltet sich dieser ganz eigene Rhythmus zwischen Mittelmeer und urbaner Eleganz. „Es ist dieses unglaublich intensive, magische Licht …“, erzählt Marie‑Pierre Nicola vom Musée Matisse und lächelt. In ihrer weinroten Villa auf dem Hügel des Cimiez hängt die Atmosphäre von Licht und Farbe fast in der Luft. „Matisse zog hierher, um gesund zu werden – und blieb, weil er in Nizza das Strahlen entdeckte, das er sein Leben lang suchte.“

Noch heute wirkt diese Stadt wie ein lebendes Gemälde. Die pastellfarbenen Fassaden der Altstadt, der Geruch nach frischen Kräutern auf dem Markt, das Lachen aus den Cafés – Nizza ist südländische Lebensfreude mit französischem Taktgefühl. Am Nachmittag treffen sich hier Filmschaffende, Backpacker und Einheimische zu Boule und Aperitif. Und vielleicht gönnt man sich bei Fenocchio an der Place Rossetti eines der über 90 Eissorten – vom klassischen Erdbeer‑Sorbet bis zur kuriosen Biernote. Wenn die Sonne über der Promenade des Anglais versinkt und das Meer rosarot schimmert, scheint es, als hätten selbst Himmel und Wasser ein Stück Kunst gelernt.

2. Tour de Corniche - Sensationelle Ausblicke

© Michael Marginter, Shutterstock
Der Blick auf Monaco von der Grande Corniche.

Drei Küstenstraßen verbinden Nizza mit Monaco, jede ein Erlebnis für sich. Ganz unten, direkt am Wasser, windet sich die Basse Corniche durch kleine Badeorte. Etwas höher führt die Moyenne Corniche an Gärten und Villen vorbei, doch der wahre Zauber liegt auf der Grande Corniche, hoch über dem Meer. Hier, in bis zu fünfhundert Metern Höhe, folgen enge Kurven den Felskonturen, die Sonne spiegelt sich im Wasser, und in jeder Parkbucht lockt ein Ausblick, der den Atem nimmt.

Wer anhält, sollte sich Zeit nehmen. In La Turbie, wo Kaiser Augustus einst den Siegesturm Trophée des Alpes errichten ließ, liegt einem Monaco zu Füßen. Weiter auf der Strecke erreicht man Èze, ein mittelalterliches Dorf, das auf einem Berggipfel thront. Zwischen Bruchsteinmauern und Kopfsteinpflaster zeigt sich das Mittelmeer durch schmale Gassen immer wieder in neuen Ausschnitten. Im Jardin d’Èze, einem Kaktusgarten in der alten Burgruine, schweift der Blick bis nach Korsika. Im Dorf arbeitet die Malerin Barbara Blanche an ihren farbenfrohen Aquarellen. „Am frühen Morgen, wenn die Sonne zuerst in die Gassen fällt, ist es am allerschönsten“, sagt sie. Fährt man weiter Richtung Roquebrune‑Cap‑Martin, endet die klassische Küstentour – oder beginnt eine andere, wenn man die Serpentinen hinauf ins Hinterland nimmt, vorbei an Sainte‑Agnès und Peillon. Dort offenbart die Provence ihr stilles, poetisches Herz.

Aix‑en‑Provence - Kunst, Märkte und Lebenslust

© trabantos, Shutterstock
Buntes Treiben in Aix-en-Provence.

Von der Küste führt die Straße ins Landesinnere, vorbei an Olivenbäumen und Weinfeldern, hinein nach Aix‑en‑Provence – eine Stadt, die bis heute aus Licht gebaut scheint. Hier, unter dem Blick der Montagne Sainte‑Victoire, malte Paul Cézanne seine eindringlichsten Bilder. In seinem Atelier am Chemin des Lauves stehen noch Staffelei, Farben und Hut, als wäre er nur kurz hinausgegangen. Das Zimmer ist erfüllt von Stille, vom Sonnenlicht, das so golden einfällt, wie es der Maler auf seine Leinwände bannte.

Aix selbst ist lebendig, jung und elegant. Auf dem Markt am Place Richelme türmen sich Tomaten, Feigen und duftende Herbes de Provence. In den Bars entlang des Cours Mirabeau erklingt Musik, Studenten diskutieren über Film und Fernsehen, während ältere Herren über ihrem Pastis grübeln. Hinter den hell verputzten Fassaden warten Galerien, Antiquitätengeschäfte und kleine Bistros, in denen Ratatouille und Ziegenkäse serviert werden. Am späten Nachmittag spielt das Licht zwischen Platanen und Brunnen, und der Süden zeigt, was er am besten kann – die Kunst, nichts zu überstürzen.

Das Wichtigste

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Appetit bekommen? Die Provence wartet.

Hinkommen

Mehrmals täglich fliegen große Airlines direkt an die Côte d’Azur. Lufthansa (lufthansa.com) startet ab Frankfurt a. M., Austrian Airlines (austrian.com) ab Wien, Swiss (swiss.com) ab Zürich nach Nizza. Der Flughafen Nice‑Côte d’Azur liegt nur wenige Kilometer westlich des Zentrums und ist mit Bus, Tram oder Taxi schnell erreichbar.

Herumkommen

Wer die Region intensiv erkunden möchte, reist am besten mit dem Mietwagen – so sind auch Bergdörfer und Weingegenden leicht zu erreichen. Fahrzeuge gibt es bei allen großen Mietfirmen, etwa bei europcar.de. Im Luberon‑Gebirge lohnt es sich, auf das Rad umzusteigen: Die hügelige Landschaft ist von einem gut ausgeschilderten Streckennetz durchzogen. Informationen zu Routen, Leihrädern und organisierten Touren gibt es unter veloloisirluberon.com.

Weitere Infos (Nizza)

Touristische Informationen, Veranstaltungskalender und Stadtpläne sind unter nicetourisme.com zu finden.

Das Museum Matisse im Viertel Cimiez zeigt Gemälde, Skizzen und persönliche Gegenstände des Künstlers in einer eleganten Villa. Der Eintritt ist kostenlos; geöffnet täglich 10–18 Uhr, Dienstag geschlossen (musee-matisse-nice.org).

Restauranttipps

In Nizza ist das Le Comptoir du Marché ein beliebter Treffpunkt von Einheimischen und Besuchern. Unter alten Deckenbalken serviert man mediterrane Bistroküche aus marktfrischen Zutaten.
8 Rue du Marché, Tel. +33 93 13 45 01

An der Tour de Corniche lohnt sich eine Pause im Café de la Fontaine in La Turbie. Das kleine Lokal ist berühmt für ehrliche lokale Gerichte wie Hase à la Niçoise – bodenständig, frisch und regional.
hostelleriejerome.com

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