Mini-GuideAusgehen in Dublin

© Andrew Montgomery
© Andrew Montgomery

Nirgends lernt man die Bewohner der irischen Hauptstadt besser kennen, als in
den unzähligen Pubs. Nach einer langen durchzechten Nacht mit jeder Menge Guinness fühlt man sich fast wie ein Local.

Traditionell

John Kavanagh

1833 von einem gewissen John Kavanagh eröffnet, befindet sich der Pub noch heute im Familienbesitz. Ganz in der Nähe des Glasnevin Friedhofes gelegen, wird er von den Einheimischen auch „Grave Diggers“ genannt – in Anspielung auf die Totengräber, die sich ihr Bier hier einst durch eine Geheimluke nach draußen reichen ließen (1 Prospect Square).

The Long Hall

Mit seinem reich verzierten viktorianischen Gebälk, den vielen Spiegeln und Leuchten ist „The Long Hall“ in SoDa (= South of Dame Street) einer der hübschesten Pubs der Stadt. Hier herrscht eine angenehm entspannte Atmosphäre. Und das hat sich inzwischen in der Stadt herumgesprochen. Kommen Sie möglichst früh. Vor allem an den Wochenenden ist es hier rappelvoll (51 South Great George’s Street).

The Stag’s Head

Die dreigeschossige Kneipe wurde 1770 erbaut und 1895 neu gestaltet, als die viktorianische Opulenz ihren Höhepunkt erreichte. Seither hat sich hier nichts verändert. Der pittoreske Pub war bereits Schauplatz vieler Filmdrehs. Sogar eine Briefmarken-Serie wurde ihm gewidmet. An den holzvertäfelten Wänden hängen mächtige Hirschgeweihe. Die Decke schmücken riesige Kronleuchter – echt urig (1 Dame Court)!

Musikalisch

M Hughes

Wer irische Volksmusik hören und frenetische Tänzer sehen will, ist im „M Hughes“ richtig. In diesem rundum authentischen Pub werden häufig sogenannte Nightsessions mit „closed door“ veranstaltet. Was eigentlich nichts anderes bedeutet, als dass hier auch nach der offiziellen Sperrstunde um 1 Uhr weitergetrunken werden darf (19 Chancery Street).

O’Donoghue’s

Gelegen im gregorianischen Teil Dublins, gehört das „O’Donoghue’s“ zu den bekanntesten Musikbars der Stadt. Die Wände sind gepflastert mit Fotografien solch berühmter Bands wie der „Dubliners“, die dort einst ihre Karriere starteten. Das allein belegt das musikalische Gewicht des Pubs. Die allabendliche Jamsession beginnt um 21 Uhr. Im Sommer genießen die Gäste den Abend im herrlich gemütlichen Innenhof (15 Merrion Row, odonoghues.ie).

Cobblestone

Im legendären „Cobblestone“, einer im Stadtteil Smithfield gelegenen Bar, treten sowohl aufstrebende Talente als auch altgediente Meister der traditionellen irischen Musik auf. Nicht selten sind deren Performances so mitreißend, dass die Gäste am Ende der Nacht hinauskomplimentiert werden müssen. Sonst blieben sie ewig. Checken Sie online, wann im Back Room, im Keller des Pubs, Gigs geplant sind (77 King Street North, cobblestonepub.ie).

Modern

Dice Bar

Die Bar, die Huey von den „Fun Lovin’ Criminals“ gehört, sieht sehr nach New York, Lower East Side aus. Das abgewetzte Interieur und die rockigen DJs machen die „Dice Bar“ zum Treffpunkt der Dubliner Beatniks. Falls Sie von dem starken Guinness genug haben – hier gibt’s exzellentes, selbst gebrautes Bier (93-94 Benburb Street, thatsitdublin.com).

The Globe

Dublins bester und ältester Coffee-Shop zieht die Szenegänger der Hauptstadt an. Mit seinen Holzböden und Backsteinwänden ist „The Globe“ sowohl tagsüber für einen Espresso, als auch abends für ein paar Drinks der perfekte Ort. Unter der Woche kommt die Musik vom Band, am Wochenende legen angesagte lokale DJs auf (11 South Great George's Street, theglobe.ie).

The Clarendon Bar

Auf drei Stockwerke verteilen sich sind die Bars im „Clarendon“. In dem schicken Penthouse sind die Fenster bodentief – eine willkommene Abwechslung zu den traditionell eher düsteren Pubs der Hauptstadt. Großartig schmecken hier die Snacks. Von 12 bis 21 Uhr gibt’s unter anderem Steaks, Fishcakes, Burger und Chicken Curry, ab 15 Uhr auch Tapas (32 Clarendon St, theclarendonbar.com). 

Text: Elena Rudolph

Mehr Mini-Guides (u. a. Berlin, Sydney und Österreich) finden Sie im aktuellen Lonely Planet Traveller Magazin oder online.

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Dublin Basics

Hinkommen

Direktflüge nach Dublin gibt es ab Frankfurt a. M. etwa mit Lufthansa (lufthansa.com), ab Wien und Zürich mit Aer Lingus (aerlingus.com). Zahlreiche öffentliche Buslinien verbinden den Flughafen mit der Stadt, darunter die Linien 16A, 746 und 230 (Tickets ab ca. 2,20 €). Dublins Innenstadt kann man prima zu Fuß entdecken, die City ist sehr kompakt. Alternativ kommt man auch gut mit dem Rad herum, z. B. mit einem der blauen Dublinbikes (1 Std. kostet ca. 0,50 €, dublinbikes.ie). Aber Vorsicht: Die Stadt ist nicht so fahrradfreundlich wie z. B. Amsterdam.

Übernachten
  • The Grafton Guesthouse, ein herrlich unkonventionelles B&B, erhält drei von drei möglichen Punkten: Location, Preis und Inneneinrichtung - hier stimmt alles (26-27 South Great George's St, DZ ab ca. 72 €, graftonguesthouse.com).
  • Eine kurze Zugfahrt vom Zentrum entfernt, in Ballsbridge, finden Sie die Aberdeen Lodge. Hier fühlt man sich schnell zu Hause. In den meisten Zimmern steht ein Himmelbett (53-55 Park Avenue, DZ ab ca. 149 €, aberdeen-lodge.com).
  • Das Preis-Leistungs-Verhältnis in der Eliza Lodge ist phänomenal: Man zahlt wie in einer Pension, wohnt aber in einem komfortablen Hotel. Und zwar mit Traumblick auf den Liffey (23-24 Wellington Quay, DZ ab ca. 99 €, elizalodge.com).

 

Nicht verpassen

Kneipentouren - Auf den Spuren von Dichtern und Denkern

Lust, in Dublins literarisches Erbe einzutauchen? Dann wandeln Sie doch mal auf den Spuren von James Joyce, George Bernard Shaw und Oscar Wilde: Auf der Tour von Pub zu Pub trinken Sie in Ruhe ein paar Bierchen, während Schauspieler Auszüge aus den Werken der Dichter rezitieren (Tickets ab ca. 12 €, dublinpubcrawl.com).

Musikalisches Barhopping

Das Ganze funktioniert auch mit Noten: Auf dem „Musical Pub Crawl“ durchs Temple-Bar-Viertel lernen Sie Interessantes über irische Volksmusik (Tickets ab ca. 12 €, discoverdublin.ie).

Top-Tipp

Whiskey-Liebhaber sollten unbedingt im „Celtic Whiskey Shop“ in der Nähe des St. Stephen's Green vorbeischauen. Hier finden Sie bezahlbare und dennoch durchaus edle Tropfen (27-28 Dawson St, celticwhiskeyshop.com).

Zum Weiterlesen

Wer sich in die irische Hauptstadt aufmacht, sollte den Lonely-Planet-Reiseführer Dublin (15,99 €) im Gepäck haben. von einem waschechten Dubliner geschrieben, strotzt der nur so vor Insider-Wissen. Ebenfalls empfehlenswert: Merian Porträts: Dublin. Eine Stadt in Biographien (Travel House Media, 16,99 €). Der Band vereint 20 Lebensgeschichten berühmter Dubliner, von Sigtrygg Silkbeard bis Sinéad O'Connor.

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