Der perfekte TripJava

© Philip Lee Harvey
© Philip Lee Harvey

Die indonesische Insel ist das perfekte Reiseziel für Abenteurer. Freuen Sie sich auf dampfende Vulkanlandschaften und ergreifende Begegnungen mit Meeresschildkröten. Und versäumen Sie es nicht, im Dschungel eines der spektakulärsten Kulturdenkmäler der Erde zu erklimmen.

Der Reiseplan

Los geht unser Abenteuer mit einer unvergesslichen Portion Natur in den wilden Nationalparks der Insel. Anschließend erholen Sie sich bei traditionellen Tanz-Darbietungen und beim Souvenir-Shopping in Javas Kulturmetropole, bevor Sie zum Abschluss den größten buddhistischen Tempel der Welt bestaunen.

1. Bromo-Tengger-Semeru-Nationalpark

Nichts für Schisser: In Javas überwältigender Vulkanlandschaft machen Sie Bekanntschaft mit dem Dampf speienden Bromo

Ein Sturm tobt im Tengger-Gebirge und die Landschaft erscheint wie das Jüngste Gericht: Düstere Wolken jagen über die Ebene aus schwarzem Sand, Blitze erhellen die Silhouetten von Vulkanen. Donnerschläge krachen und hallen durch den gewaltigen Kraterkessel. Schon bei Sonnenschein fühlt man sich in dieser unwirtlichen Gegend klein und verletzlich. Bei Unwetter bekommt man es geradezu mit der Angst zu tun.

Java ist fast vollständig vulkanischen Ursprungs und liegt in einer Gegend mit der höchsten Vulkanaktivität der Erde. Ihre Ausbrüche haben Dynastien gestürzt, ganze Städte vernichtet und lassen Häuser in Hunderten Kilometern Entfernung erzittern. Noch heute deuten die Menschen ihr Grollen als Mitteilungen der Götter. Doch so gefährlich die Feuerberge sein können, so schaurig-schön sind sie zugleich. Und am eindrucksvollsten präsentieren sich Javas Vulkane im Bromo-Tengger-Semeru-Massiv im Osten der Insel. Durch den Einsturz leerer Magmakammern hat sich hier über Jahrmillionen der mächtige Tengger-Kessel gebildet, in dem wiederum eine Reihe jüngerer Vulkane entstanden sind. Über allen thront der Mount Semeru am Horizont, ein Bilderbuchvulkan und mit 3676 Metern Javas höchster Berg. Nicht minder wohlgeformt zeigt sich der durch Erosion zerfurchte und mit Moos bedeckte Kegel des erloschenen Mount Batok. Und dann wäre da noch der wutschnaubende Bromo, der im Zentrum der Caldera seine stechenden Gase in die Luft speit.

Gleich nachdem man den Treppenpfad hinauf zum Krater des Bromo besteigt, sind Wanderer von faulig riechenden Schwefeldämpfen umhüllt, die einem die Tränen in die Augen treiben und den Atem rauben. Zum Glück dauert es nicht lange, bis der Wind die Gase verweht.

Nach 250 schweißtreibenden Stufen eröffnet sich am Kraterrand ein überwältigender Blick in das tiefe Herz des Bromo – ein qualmender, rülpsender Schlund, der aussieht wie der direkte Weg in die Hölle. Mit dem Stratovulkan ist nicht zu spaßen: Etwa alle zehn Jahre grummelt es im Berg und der Bromo spuckt Asche und Felsbrocken in den Himmel. Dann wird der Park für Besucher gesperrt.

„Die Eruptionen sind ein Segen“, sagt Harian Tokok, als er die Trekkinggruppe wieder zurück zum Fuße des Bromo führt und auf sein Pony steigt. „Die Asche macht die Böden fruchtbar und die Pflanzen wachsen besser. Ich bin glücklich, an einem so heiligen und wundervollen Ort zu arbeiten.“ Harian gehört zum Volk der Tengger, einer Hindu-Minderheit im überwiegend muslimischen Java, für die der Bromo eine spirituelle Bedeutung hat. Gelegentlich kommt der Guide dem Vulkan näher als ihm lieb ist. Zum Kasada-Fest steigen Hindu-Priester und Pilger in den Krater des Bromo hinab, um dem Vulkangott in einem feierlichen Ritual Opfergaben darzubringen. Ein ebenso spektakuläres wie gefährliches Unterfangen: Gegen Mitternacht kraxeln die Gläubigen bei Vollmond den steilen und rutschigen Hang hinunter und werfen Blumen, Gemüse, Geld und sogar lebende Schweine und Hühner in den dampfenden Schlund. „Ich gehe immer nur drei, vier Meter“, lacht Harian, der stets Gemüse und Blumen als Opfer bevorzugt. „Und selbst dann schlottern mir die Knie. Aber irgendwie weiß ich, dass der Vulkan mich immer beschützen wird, egal wo ich bin.“ Mit einem breiten Grinsen reitet er über den schwarzen Sand in den Nebel.

Fahren Sie vom Nationalparkeingang in Cemoro Lawang gut 250 Kilometer ostwärts zum Meru-Betiri-Nationalpark an der Südküste. Eine Übernachtung bietet sich im Ort Kalibaru an.

Text: Oliver Smith, Deutsche Bearbeitung: Olaf Heise, Fotos: Philip Lee Harvey

Den vollständigen Artikel mit Infos zu weiteren wundervollen Erlebnissen auf Java finden Sie in der November-Ausgabe des Lonely Planet Traveller.

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  • Jiwa Jawa Resort Bromo: Das an einem Hügel gelegene Hotel verfügt über große, mit viel Teak eingerichtete Zimmer. Es liegt gut zehn Minuten von Cemoro Lawang und dem Nationalparkeingang entfernt. In der Hotel-Galerie hängen wunderschöne Fotos von der Gegend (DZ ab ca. 120 €, jiwajawa.com).
  • Den Bromo-Tengger-Semeru-Nationalpark (Eintritt ab ca. 1,50 €) erreicht man nach einer gut dreistündigen Autofahrt vom Flughafen in Surabaya nach Cemoro Lawang.
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