Der perfekte TripDie französische Atlantikküste

© Justin Foulkes
© Justin Foulkes

Berauschende Strände, euphorisierende Weine, verboten schöne Berg-Etappen – auf unserer Tour de France durch den Südwesten der Grande Nation könnte man geradezu von Urlaubs-Doping sprechen.

Der Reiseplan

Zum Auftakt genießen Sie das Savoir-vivre auf dem Traum-Eiland Île de Ré. Danach erkunden Sie die Kanäle im Marais Poitevin, besuchen die Wein-Hochburg Bordeaux, das Surf-Mekka Biarritz und die baskische Pfefferstadt Espelette

Île de Ré

Radeln de luxe

Auf einer Radtour Austern schlemmen? Das gibt’s ja wohl nur in Frankreich. Genauer gesagt auf der traumhaften Atlantikinsel Île de Ré

Der perfekte Urlaubs-Einstieg fällt auf der Île de Ré nicht schwer: Man steuere in einem der malerischen Inseldörfer wie Ars oder Saint-Martin einfach den Marktplatz oder Hafen an, bestelle in einem sonnigen Bistro eine gigantische Meeresfrüchteplatte und genieße das süße Leben.

Das vor der Hafenstadt La Rochelle gelegene Eiland – etwa so groß wie Sylt – ist nämlich eine Inselperle wie aus dem Bilderbuch: Von Dünen gesäumte Strände gibt es zuhauf, dazwischen Weinreben, kühle Pinienhaine und – im Gegensatz zu Sylt – komplett bausündenfreie Örtchen mit hübschen weißen Häusern, deren Fensterläden in den Farben des Ozeans getüncht sind: blassgrün, silbergrau, tiefblau. Und der glitzernde Atlantik, der die Luft überall mit einem Hauch von Salz und Tang erfüllt, liegt nie weiter als ein paar Minuten entfernt. Kein Wunder also, dass im Sommer halb Paris auf die Île de Ré strömt (was die Insel leider nicht gerade zu einem Schnäppchen macht).

Am besten erkundet man das Paradies auf dem gut 100 Kilometer langen Radwegenetz, das die Insel oft abseits vom Autoverkehr durchzieht. Eine Traumtour führt zum Beispiel hinter Saint-Martin die Küste entlang zu den Austernbänken (einfach dem Schild „Dégustation Huitres“ folgen). Schon nach wenigen Hundert Metern reihen sich kleine Hütten wie Perlen aneinander, vor denen man unter Palmenschirmen sitzt und aufs Wasser blickt, während das frische Meeresgetier auf dem Teller wartet. Dazu ein Glas Pineau, die hiesige Cognac-Spezialität mit Traubensaft – délicieux!

Oder man radelt zu den Salzfeldern von Loix im Norden. Hier trifft man auf Sälzer wie Brice Collonnier, die das weiße Gold der Insel schöpfen. Das edle Fleur de Sel setzt sich in weitläufigen flachen Becken ab, wenn die Sonne das Wasser verdampft. „Unser Salz ist teuer, aber ein reines Naturprodukt und sehr intensiv. Zum Kochen brauchst du nicht mehr als ein Kristall“, sagt er. Brice kam als Student für einen Ferienjob auf die Île de Ré und blieb. Heute ist er einer von vielen jungen Salzfarmern, die hier ihr Glück gefunden haben.

Wer zwischendurch Erfrischung im Meer sucht, steuert die puderfeinen Strände an. An der Südküste lockt der kilometerlange Sandstreifen zwischen La Couarde-sur-Mer und Le Bois-Plageen-Ré, im Norden springt man am Plage de la Conche in karibiktürkise Fluten.

Und weil man die Zeit auf der Île de Ré so schnell nicht vergessen möchte, besorgt man sich natürlich noch hübsche Mitbringsel: gestreifte Espadrilles in den Gassen von Saint-Martin oder La Flotte, ein Stück Algenseife auf dem hippiesken Markt von Le Bois, Salzkaramell-Marmelade am Hafen von Ars …

Zurück auf dem Festland geht es in gut einer Stunde über die Landstraße N11 Richtung Osten zu den Dörfern des Marais Poitevin.

Text: Helene Dancer, Deutsche Bearbeitung: Olaf Heise, Fotos: Justin Foulkes

Den vollständigen Artikel mit Infos zu weiteren wundervollen Orten an der französischen Atlantikküste finden Sie in der Juli-Ausgabe des Lonely Planet Traveller.

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  • Mit den weißen Mauern und grünen Fensterläden ist Les Vignes de la Chapelle typisch für den Île-de-Ré-Stil. Das kleine Hotel liegt umgeben von Weinreben nahe Sainte-Marie-de-Ré. Die Zimmer sind geräumig, verfügen über eine Essecke und eine Terrasse zum Garten mit Pool (DZ ab ca. 84 €, lesvignesdelachapelle.com).
  • Besuchen Sie die Salzfarm im Ecomusée du Marais Salant (Eintritt ab ca. 5,40 €, marais-salant.com). Fahrräder vermietet Yootoo (ab ca. 10 €/Tag, cycles-yootoo.com). Weitere Infos beim lokalen Tourismusbüro: de.iledere.com
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