EurasienSo einzigartig ist Russlands Natur

Der Baikalsee friert im Winter ein - (Foto: ©Andrey Nekrasov/Getty Royalty Free)
Der Baikalsee friert im Winter ein - (Foto: ©Andrey Nekrasov/Getty Royalty Free)

Russland ist der größte Flächenstaat der Welt, seine Natur weitgehend intakt. Und doch kennen wir Europäer nur wenige seiner Naturwunder. Zeit das zu ändern.

40 Nationalparks weist der Riesenstaat mittlerweile auf, einige sind gut besucht, andere so abgelegen, dass trotz der Schönheit sich kaum ein Tourist dorthin verirrt.

Wir zeigen sieben Naturwunder Russlands vom Westen bis ganz in den Osten.

Das Tal der Geysire: Kronotzki Naturreservat, Kamtschatka

Bei Geysiren denken viele zunächst an Island. Doch mit etwa 90 Geysiren weist das Kronotzki Reservat auf Kamtschatka die zweitgrößte Dichte an Springquellen weltweit auf. Kein Wunder, dass auch das Tal und das Naturreservat zum UNESCO Welterbe zählt.

Bis zu 30 Meter schleudern die Geysire hier die Wassermassen in die Höhe. Obwohl das Gebiet recht entlegen ist, lockt es jährlich viele tausend Touristen an.

Sieben steinerne Riesen: Man-Pupu-Nyer, Komi

Man könnte fast meinen, es sei ein Steinkreis wie Stonehenge, der hier errichtet wurde. Nur: Die Steine des Man-Pupu-Nyer sind ein bisschen höher. Zwischen 30 und 42 Metern recken sich die Giganten gen Himmel. Das Urvolk der Mansen, das hier noch lebt, nennt das Plateau mit den Monolithen darauf ehrfürchtig Berg der Götter. Tatsächlich waren es aber wohl weder Menschen noch Götter, die die Felsen hier aufstellten. Wind und Wetter wuschen sie aus dem übrigen Gestein.

Die Man-Pupu-Nyer stehen in der Teilrepublik Komi, die auf der Weltkarte auf der Höhe Finnlands in Nordwestrussland liegt. Wer die Einsamkeit liebt, ist hier gerade richtig: Die nächste größere Stadt liegt 150 Kilometer von den Felsen entfernt. Allerdings gibt es mittlerweile auch Helikopterflüge zu den Felsen.

Russlands langer Sandstrand: Kurische Nehrung, Kaliningrad

Wie eine Art Stadtmauer trennt die Kurische Nehrung das Kurische Haff von der Ostsee. Die Halbinsel im Baltikum ist zwischen 400 Metern und 4 Kilometern breit, also wirklich nur ein langer Streifen im Meer.

Die Kurische Nehrung liegt teils in Litauen und damit noch in der EU, teils in der russischen Exklave Kaliningrad. Auf jeden Fall aber bietet sie feinste Sandstrände. Sie wurde im Jahr 2000 zum UNESCO Welterbe erklärt.

Höchster Berg Russlands (und Europas?): Elbrus, Kabardino-Balkarien

Fangfrage: Welches ist eigentlich Europas höchster Berg? Der Mont Blanc vielleicht? Falsch! Es ist der Elbrus, höchster Berg Russlands und gleichzeitig höchster Berg Europas. Der westliche seiner beiden Gipfel erhebt sich bis auf 5.642 Meter, der östliche liegt nur 21 Meter niedriger.

Wobei: Das mit dem Mont Blanc und dem Elbrus - es kommt darauf an, wo man die Grenze zwischen Asien und Europa zieht. Und da streiten sich die Gelehrten. Ein fantastischer Anblick ist der Elbrus aber in jedem Fall.

See der Superlative: Baikalsee, Sibirien

Mit 1.642 Metern ist der Baikalsee der tiefste der Welt. Zum Vergleich: unser Bodensee kommt gerade mal auf 254 Meter. Außerdem ist der Baikalsee mit 25 Millionen Jahren noch der älteste See der Welt.

Im Süden Sibiriens gelegen friert der Baikal allerdings zwischen November und Mai regelmäßig zu. Und auch danach liegt die Wassertemperatur selten über zehn Grad Celsius. Wegen seiner Tiefe heizt sich der See eben kaum auf.

Diesen Superlativen zollte die UNSECO ihren Respekt, als die den See und Umgebung zum UNESCO Welterbe erklärten. Im Gegensatz zu vielen anderen Naturwundern ist der Baikalsee gut besucht. Die Touristen reisen mit der Transsibirischen Eisenbahn an, die teilweise am Seeufer verläuft.

Ein Wald aus Steinsäulen: Lenafelsen, Sibirien

In Sibiriens Teilrepublik Sacha liegt die Stadt Jakutsk. Kein sehr wirtlicher Ort, im Winter erreichen liegen die Temperaturen bei um die 40 Grad Minus. Durch den Ort fließt die Lena, ein Fluss, der nahe dem Baikalsee entspringt und fast ganz Sibirien von Süd nach Nord durchquert.

Folgt man ihrem Lauf von Jakutsk nach Süden, erreicht man den Seitenfluss Sinjaja. Hier erheben sich am Ufer gewaltige Felssäulen auf bis zu 300 Metern Höhe. Dieser Wald aus Felsen erstreckt sich über viele Kilometer entlang des Flusses. Er ist so beeindruckend, dass 1995 hier ein Naturpark eingerichtet wurde, der heute zum UNESCO Welterbe gehört.

Türkisblauer Säuresee: Semjatschik Vulkan, Kamtschatka

Ganz im Osten Russlands, auf der Halbinsel Kamtschatka liegt der Vulkan Semjatschik. Nun sind Vulkane in Kamtschatka nicht ungewöhnlich, schließlich gibt es rund 160 davon auf der 1.200 Kilometer langen Halbinsel, etwa eineinhalb mal so lang wie Deutschland. 29 dieser Vulkane sind aktiv - es brodelt also überall.

Höchster Vulkan Kamtschatkas (und Eurasiens) ist der Kljutschewskaja Sopka, er ist damit fast dreimal so hoch wie unser Semjatschik. Doch eines macht diesen Berg bemerkenswert: In seinem braunen Krater "Troizki" leuchtet ein türkisblauer See.

Die Schönheit ist gefährlich, ein Bad wäre tödlich. Denn der See besteht aus einem Gemisch mit hoher Konzentration von Schwefel- und Salzsäure. Nicht einmal an seinem Ufer können Besucher lange stehen, denn auch das Einatmen der Dämpfe ist wenig empfehlenswert.

Weitere Naturwunder entdecken

Natürlich hat nicht nur Russland eine beeindruckende Natur. In unserem Bildband "Großartige Welt" zeigen wir viele weitere erstaunliche Landschaften.

Schau ihn Dir doch hier einmal an.

Text: Stephan Goldmann, Foto Biosphärenreservat Kronotzki in kyrillischer Schreibweise: ©Олег Елагин/iStock.com

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