Der richtige Umgang mitMalaria

Eure lang geplante Reise steht vor der Tür, aber die Gefahr einer Ansteckung mit Malaria bereitet Euch Sorgen? Da hilft vor allem eines: optimale Vorbereitung. Denn wer sich vorab bei den richtigen Stellen informiert, kann eine Infektion mit der in Deutschland meldepflichtigen Krankheit vermeiden und weiß auch im Notfall, was zu tun ist. So steht einem schönen Urlaub nichts mehr im Wege! 

Was ist Malaria?
In Deutschland gilt die Malaria seit fast 70 Jahren als besiegt, doch insbesondere bei Reisen in tropische und subtropische Regionen besteht weiterhin ein hohes Infektionsrisiko.

Malaria-Prophylaxe
Um sich vor Malaria zu schützen, gibt es verschiedene Wege. Nicht immer müssen dabei Medikamente zum Einsatz kommen.

Malaria-Medikamente
Zahlreiche Malaria-Medikamente sind auf dem Markt, alle sind rezeptpflichtig und bedürfen einer eingehenden medizinischen Beratung.

 

Was ist Malaria?

Der Name Malaria leitet sich vom lateinischen "mala aria" oder "mal'aria" ab und bedeutet "schlechte Luft". Damit ist der Lebensraum der Anopheles-Mücke, der Überträgerin des Malaria-Erregers, treffend beschrieben. Denn vor allem in (sub-)tropischen Feuchtgebieten und stehenden Gewässern finden die Tiere ideale Lebensbedingungen und vermehren sich besonders zur Regenzeit explosionsartig.

Die Krankheit wird auch Sumpf- oder Wechselfieber genannt und kommt insbesondere in Afrika, Asien und Lateinamerika vor. Laut World Health Organization (WHO) sind rund drei Milliarden Menschen in 99 Ländern direkt betroffen. 2010 erkrankten etwa 219 Millionen Menschen an Malaria, ungefähr 660.000 Personen starben, rund die Hälfte davon waren Kinder unter fünf Jahren.

Auslöser der Krankheit sind Plasmodien, einzellige Blutparasiten, die während des Stichs einer infizierten weiblichen Anopheles-Mücke übertragen werden. Unterschieden werden drei Arten der Malaria: Während die „Malaria tertiana“ und die „Malaria quartana“ eine gutartige Verlaufsform der Krankheit auslösen, treten bei der am häufigsten vorkommenden Art „Malaria tropica“ eher Komplikationen auf. Sie kann zu Lähmungen, Krämpfen, Bewusstseinsstörungen, Koma oder schlimmstenfalls zum Tod führen.

Krankheitsverlauf und Symptome

Zwischen Infektion und Ausbruch der Krankheit liegen etwa ein bis zwei Wochen, in einigen Fällen treten die ersten Symptome auch erst nach 18 Monaten oder mehreren Jahren auf. Grund dafür ist oftmals eine falsch angewandte medikamentöse Malaria-Prophylaxe.

Die Symptome der Malaria sind allgemeines Krankheitsgefühl, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Das Wechselfieber mit Temperaturspitzen über 40°C ist zwar gerade bei der „Malaria tropica“ eher selten, dennoch gilt: Bei grippeartigen Symptomen nach einer Reise in ein Malaria-Gebiet sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Ein Bluttest bringt dann schnell Klarheit.

Weiterführende Infos:

Fact Sheet der WHO (englisch): www.who.int/mediacentre/factsheets/fs094/en/index.html

Überblick Malaria-Gebiete: www.dtg.org/laender.html

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Malaria-Prophylaxe

Malaria-Medikamente

 

Malaria-Prophylaxe

Wie schützt man sich am Besten vor Malaria?

Zurzeit gibt es keinen 100-prozentigen Schutz vor Malaria. Wer vorsorgt, kann das Risiko einer Ansteckung allerdings auf ein Minimum reduzieren. So hilft bereits die sogenannte Expositionsprophylaxe , die ohne Medikamente zum Schutz vor Insektenstichen beiträgt.

Ganz oben auf Eurer Liste sollten hier Insektenschutzmittel stehen, die direkt auf die ungeschützten Körperstellen aufgetragen werden. Ein zusätzliches Einsprühen der Kleidung erhöht den Schutz. In der Dämmerung und in der Nacht verringern lange Hosen und langärmlige Oberteile aus hellem Stoff das Risiko, gestochen zu werden. Geschlossene Räume mit Klimaanlage und Fliegengittern sowie das Schlafen unter einem Moskitonetz steigern zudem die Sicherheit.

Medikamentöse Prophylaxe

Wie bei allen Medikamenten ist es auch bei der Malaria wichtig, sich von einem Arzt zu Prophylaxe- und Behandlungsmitteln beraten zu lassen. Die Deutsche Tropenmedizinische Gesellschaft (DTG) empfiehlt, die medikamentöse Prophylaxe nur anzuwenden, wenn man in Gebiete mit nachweislich vielen Malaria-Infektionen reist. Der Grund: Durch den häufigen und oft unnötigen Einsatz in der Vergangenheit ist die Gefahr der Medikamentenresistenz in den letzten Jahren enorm gestiegen – schon heute wirken einige hochwirksame Präparate in vielen Regionen nicht mehr. Laut DTG reicht für die meisten Reiseziele eine Stand-by-Therapie, die nur im tatsächlichen Krankheitsfall zur Selbstbehandlung zum Einsatz kommt.

Die Medikamente schützen allerdings nicht vor einer Infektion, sondern bekämpfen nur die Erreger. Daher muss eine begonnene Prophylaxe meist noch einige Wochen nach der Rückkehr aus den Malaria-Gebieten fortgesetzt werden. Wird die Behandlung vorzeitig beendet, kann dies zum Ausbruch der Malaria und zu einer Resistenz des Erregers gegen das Medikament führen. Lasst Euch also auf jeden Fall bei der Wahl des passenden Medikaments und dessen Anwendung von einem Arzt oder von Experten eines Tropeninstituts beraten.

Fällt man trotz aller Vorsichtsmaßnahmen unter die jährlich etwa 900 erkrankten Deutschen, ist umgehend eine medikamentöse Therapie angesagt. Rechtzeitig behandelt beträgt die Sterblichkeit der Infektionskrankheit weniger als zwei Prozent.

Weiterführende Infos:

Tropenmedizinische Institutionen: www.dtg.org/institut.html

Malaria-Empfehlungen: www.dtg.org/malaria.html

Empfehlungen für den Fall einer Erkrankung: www.dtg.org/20.html

Mehr zum Thema: Malaria

Was ist Malaria?

Malaria-Medikamente

 

Malaria-Medikamente

Das älteste Malaria-Medikament ist das erstmals im 17. Jahrhundert aus der Chinarinde gewonnene Chinin. Um der Malaria vorzubeugen, tranken britische Kolonialisten angeblich chininhaltiges Wasser (Tonic Water). Dabei setzten sie dem Tonic Water Gin zu, der den bitteren Geschmack überdecken sollte – die Geburtsstunde des Gin Tonic. Heute führen andere Mittel zum Erfolg.

Gängige Medikamente in der Malaria-Behandlung

Die Wahl des richtigen Malaria-Mittels stellt Reisende vor zahlreiche Fragen: Wie ist die Wirkungsweise und vertrage ich das Mittel? Kommt es zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten? Haben sich bereits Resistenzen gebildet? Ein Arzt Eures Vertrauens kann Euch hier am besten weiterhelfen.

  • Chloroquin dient der Notfall-Therapie und wird u. a. zur Prophylaxe der "Malaria tertiana" und "Malaria quartana" eingesetzt. Allerdings treten mittlerweile in vielen Gebieten Resistenzen auf, darüber hinaus werden nicht alle Entwicklungsstadien des Erregers erfasst.

  • Mefloquin/Lariam wird meist zur Prophylaxe und Therapie der "Malaria tropica" sowie in Gebieten mit Chloroquin-Resistenz eingesetzt. Aufgrund häufiger neuropsychiatrischer Nebenwirkungen sind Patienten mit psychischen Vorerkrankungen oder Krampfanfällen von der Behandlung ausgenommen. Resistenzen sind bisher nur in Gebieten Nordthailands bekannt.

  • Artemether/Lumefantrin ist ein Kombipräparat zur Therapie und Prophylaxe der komplizierten "Malaria tropica" sowie zur Akutbehandlung anderer Malaria-Formen.

  • Chinin wird, meist in Kombination mit einem Antibiotikum, hauptsächlich zur Behandlung der komplizierten "Malaria tropica" eingesetzt, wenn die Erreger Resistenzen gegen Chloroquin aufweisen.

  • Doxycyclin wird als Breitbandantibiotikum u. a. von der WHO zur Malaria-Prophylaxe empfohlen. In Deutschland ist es allerdings offiziell nicht für diese Anwendung zugelassen.

  • Primaquin ist ein Medikament zur Akutbehandlung und Nachsorge der "Malaria tertiana", da der Wirkstoff auch ruhende, inaktive Erreger angreift. Es kann auch bei anderen Malaria-Formen eingesetzt werden.

Malarone

Malarone ist ein hochwirksames Kombipräparat mit den Wirkstoffen Atovaquon und Proguanil. Proguanil verhindert die Vermehrung der Plasmodien, Atovaquon bewirkt ein Absterben des Erregers. Aufgrund dieser Kombination kann Malarone vorbeugend, als Stand-by-Medikation und zur Therapie angewendet werden.

Im Gegensatz zu anderen Malaria-Mitteln gibt es bei der Einnahme von Malarone keine Gegenanzeigen, kaum Nebenwirkungen und keine bekannten Resistenzen. Malarone ist außerdem sowohl zur Kurztherapie als auch zur Daueranwendung geeignet. Zur Prophylaxe wird die Einnahme ein bis zwei Tage vor Reiseantritt begonnen und noch sieben Tage nach Rückkehr fortgeführt.

Billig-Medikamente ohne Rezept

Um Geld zu sparen, durchstöbern viele Reiselustige das Internet nach den günstigsten Angeboten. Bei der Gesundheit sollte aber Schluss sein mit Experimenten. Unter den Online-Apotheken findet man häufig dubiose Anbieter, die rezeptpflichtige Malaria-Medikamente zu Dumping-Preisen und ohne Rezeptvorlage abgeben. Oft sind diese jedoch unwirksam, da der Wirkstoff in falscher Dosierung oder auch gar nicht in den Medikamenten enthalten ist.

Privatverkauf von Medikamenten

Auch der Privatverkauf von Medikamenten boomt, obwohl Privatpersonen der Handel damit grundsätzlich verboten ist. Die Verschreibungs- bzw. Apothekenpflicht hat ihren Grund: Falsch eingenommen oder dosiert kann es zu schweren Komplikationen wie epileptischen Anfällen, Organschäden, psychotischen- oder Herzrhythmusstörungen kommen. Schwangere, Kinder und Menschen mit Vorerkrankungen sind besonders gefährdet.

Medikamentenkauf im Reiseland

Die meisten Reiseländer, die zu den Malaria-Risikogebieten zählen, besitzen keine oder nur dürftige Arzneimittelkontrollen. So kann man bspw. in Afrika oder Südostasien unkompliziert und günstig an Malaria-Medikamente kommen – die Wirksamkeit ist allerdings gleich Null. Da die Lieferung gefälschter Arzneimittel in die ärmsten Regionen der Welt zudem zu einem lukrativen Geschäft geworden ist, ist selbst bei dortigen Krankenhäusern und Apotheken die Wirksamkeit der Medikamente oft nicht garantiert.

Tut Euch und Eurer Gesundheit also einen Gefallen und verzichtet auf Privatkäufe, Einkäufe in fragwürdigen Online-Apotheken oder am Reiseziel. Das Geld, das Ihr in einer seriösen Apotheke für wirksame Medikamente ausgebt, kann im Ernstfall Euer Leben retten.

Weiterführende Infos:

Übersicht Malaria-Medikamente: www.dtg.org/16.html

Empfehlungen nach Reisegebieten: www.dtg.org/laender.html

Was Euch ein Arzt fragen sollte: www.dtg.org/18.html

 

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