AfrikaSo schön ist Namibia - sieben unvergessliche Orte

Tote Kameldornbäume im Dead Vlei in der Namib Wüste - (Foto: ©znm/istock.com)
Tote Kameldornbäume im Dead Vlei in der Namib Wüste - (Foto: ©znm/istock.com)

Die älteste Wüste der Welt mit den höchsten Sanddünen weltweit. Lebende Fossilien, uralte Felszeichnungen, Canyons, Geisterstädte und jede Menge imposante Wildtiere. All das und noch mehr bietet Namibia.

Namibia ist eines der facettenreichsten und faszinierendsten Länder der Erde. Nicht nur die Namibwüste mit den höchsten Dünen weltweit ist einzigartig. Es gibt riesige Naturschutzgebiete, in denen seltene Wildtiere frei beobachtet werden können. Besucher, die sich in der unglaublichen Weite und Stille wohlfühlen, die karge Schönheit und das Farbspiel der Natur lieben, kommen voll auf ihre Kosten. Namibia ist eines der am dünnsten besiedelten Länder der Erde. Dafür ist die abwechslungsreiche landschaftliche Schönheit umso atemberaubender. Zeugnisse menschlicher Felsmalereien reichen bis in die Steinzeit zurück. Versteinerte Bäume zeugen von der letzten Eiszeit. Verlassene Geisterstädte erinnern an deutsches koloniales Imponiergehabe und dessen Vergänglichkeit. Die sagenhaften Sternenhimmel über der Wüste wird niemand vergessen. Namibia verblüfft immer wieder aufs Neue. Seit 1990 ist der westafrikanische Staat eine Republik mit demokratischer Verfassung unter dem Motto: "Einigkeit, Freiheit, Gerechtigkeit". Namibia ist dabei nicht nur ein sicheres Reiseland, sondern garantiert eines der unvergesslichsten. Wir zeigen dir anhand von sieben Orten, wo sich Namibia von seiner schönsten Seite zeigt.

Einzigartiges Geschichtszeugnis: Bergmassiv Brandberg

Das Massiv des Brandberges in der Region Erongo im Westen Namibias ragt aus seiner ebenen Umgebung kollossal empor. Seine höchste Erhebung ist der Königstein mit 2.573 Metern. Wer gut zu Fuß ist, kann ihn mit einem Führer auf einer mehrtägigen Tour besteigen. Wenn die Sonne aus westlicher Richtung den Brandberg bescheint, leuchtet er glühend auf, als würde er "brennen". Nicht nur die Aussicht aus der Ferne auf das gewaltige, 30 Kilometer lange und 23 Kilometer breite Massiv beeindruckt. In den Felsen befinden sich etwa 50.000 archaische Felszeichnungen. Unter ihnen die 45 Zentimeter hohe "White Lady", von der man heute weiß, dass sie einen Schamanen oder Krieger darstellt.

Felsmalereien und Sgrafitti: Twyfelfontein

Die einzigartige, raue Landschaft des Darmaraland bietet gleich mehrere faszinierende Wunder Namibias. Unter ihnen befindet sich das Quellental Twyfelfontein. Berühmt ist es wegen der vielen Felszeichnungen und Felsgravuren aus mittel- und jungsteinzeitlichen Kulturen. Wie auch am Brandberg faszinieren die Abbildungen von Jagdszenen und eindrucksvolle Tierzeichnungen. Sie wurden einst mühevoll mit Quarzwerkzeugen, gleich einem Sgrafitto, in den Fels geritzt. Die ältesten werden auf etwa 24.000 Jahre geschätzt. Seit 2007 stehen sie auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Erstaunlich ist auch: Unter den Gravuren befindet sich sogar die Abbildung einer Robbe. Dabei beträgt die Entfernung zum Meer 100 Kilometer.

280 Millionen Jahre auf dem Buckel: Bäume im Versteinerten Wald

Möglicherweise ist der Begriff "Wald" etwas irreführend. Tatsächlich liegen die mineralisierten Baumstämme verstreut im Versteinerten Wald nahe Khorixas im Damaraland. Ihr Alter ist nicht das einzig Erstaunliche. Die Bäume wuchsen nicht im heutigen Namibia. Sie wurden am Ende einer der vielen Eiszeiten des Gondwana-Kontinents aus fernen Gebieten durch Gletscherschmelzungen heran geschwemmt. Neben vielen Fragmenten befinden sich auch zwei 45 Meter lange Stämme unter ihnen. Außerdem sehenswert: Die seltene Pflanze Welwitschia Mirabilis, die auch als lebendes Fossil bezeichnet wird. Manche der Pflanzen sind über 1500 Jahre alt. Sie kommen ausschließlich in der Wüste Namib vor.

Seltene Wildtierschau: Etoscha Nationalpark und Buffalo Core Area

Zum Höhepunkt einer Reise nach Namibia gehört natürlich die Beobachtung seltener Wildtiere in freier Natur. Neben dem Etoscha Nationalpark als einer der bedeutendsten Wildreservate Afrikas ist die kleinere Buffalo Core Area ein echter Geheimtipp. Der Park ist Heimat vieler Wildtierarten. Besucher finden große Herden von Elefanten und Büffeln vor, seltene Rappen und Pferdeantilopen. Auch Warzenschweine, Kudus, Impalas, Letschwes, Flusspferde, Krokodile, Leoparden und Löwen leben hier. In der Buffalo Core Area ist erlaubt, was in anderen Nationalparks verboten ist: Aus dem Auto aussteigen und die Umgebung zu Fuß erkunden. Aber Vorsicht ist natürlich geboten. Tiere sollten dabei nicht gestört werden.

Lebendes Museum: Zu Besuch bei den Ovahimba

Das traditionelle Leben der Einwohner kennenlernen? In Namibia gibt es sogenannte Lebende Museen unterschiedlicher Stämme. An diesen Orten werden gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Sie sind Schule der traditionellen Kultur für Gäste und für die Kinder der eigenen Gemeinschaft gleichermaßen. Es darf mitgeholfen werden beim Schmieden, Töpfern, Holzschnitzen, Ledergerben und der Errichtung der Lehmhütten. Die Ovahimba sind als die "roten Nomaden" Namibias bekannt. Haut und Haare sind mit einer parfümierten Paste aus Butterfett und rotem Ocker gefärbt. Ihre ungewöhnliche Haartracht erzählt viel über Alter und sozialen Status.

Auf deutschen Spuren: Lüderitz

Wo sich Atlantik, schwarze Felsen, weißer Sand der Namibwüste und scharfer Wind begegnen, gründete der Bremer Tabakhändler Alfred Lüderitz vor 134 Jahren die kleine Stadt Lüderitz. Deren Bucht war Ende des 19. Jahrhunderts der einzige geschützte Hafen an Deutschlands südwestafrikanischer Küste. Heute zeugen noch einige farbenfroh-pittoresque Gebäude von der glorreichen wilhelminischen Kaiserzeit. Ansonsten verliert die Stadt an Bedeutung. Reizvoll sind die Küstenabschnitte, die Große Bucht, kleine Sandbuchten und Lagunen, wo sich Robben tummeln. Rund um die Halifax-Insel kann man Pinguine und Flamingos beobachten. In der näheren Umgebung von Lüderitz liegt der berühmte Bogenfels, die Geisterstadt Kolmanskop und das Diamantensperrgebiet.

Höchste Sanddünen der Welt: Sossusvlei

Inmitten der ältesten Wüste der Welt, der Namib, befindet sich Namibias größtes und imposantestes Schutzgebiet, der Namib Naukluft Park. Er liegt auf 50.000 Quadrat-Kilometer Fläche an der Atlantikküste. Dort befinden sich gleich zwei landschaftliche Highlights: Sossusvlei und Deadvlei, von 300 Meter hohen Dünen umschlossene Salz-Ton-Pfannen. Im Deadvlei steht seit Jahrhunderten eine große Anzahl toter Kameldornbäume, konserviert in der extremen Trockenheit der Wüste. Wer verzaubert zwischen ihnen wandelt, fühlt sich wie in einem  begehbaren, surrealen Bild von Salvador Dalí. "Big Daddy" oder "Crazy Dune" heißt die mit 350 Metern höchste Sanddüne der Welt. Nach einem etwa zweistündigem Aufstieg bietet sich einer der beeindruckendsten Ausblicke Namibias. Den unvergesslichsten Sonnenaufgang seines Lebens sieht man auf der Dune 45.

Noch mehr Namibia!

Das waren natürlich längst nicht alle Wunder von Namibia. Mehr findest du im Reiseführer von Lonely Planet. Schau ihn dir doch hier einmal an.
Text: Ines Wagner
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