EuropaZehn gute Gründe, endlich einmal nach Portugal zu reisen

Felsbögen nahe Praia da Marinha  - (Foto: ©amarquesphotography/iStock.com)
Felsbögen nahe Praia da Marinha - (Foto: ©amarquesphotography/iStock.com)

Komisch, dass Portugal so viele Entdecker hervorgebracht hat. Denn eigentlich gibt es gar keinen Grund hier wegzugehen. Portugal ist wunderschön. Zehn Gründe, das Land einmal zu besuchen.

Rauschendes Sommer-Spektakel: St Antonius Fest am 13. Juni, Lissabon

Zum Antoniusfest ist die Hauptstadt Portugals ganz aus dem Häuschen. Die Einwohner schmücken die Straßen, als stünde gerade Karneval vor der Tür - dabei ist es mitten im Juni. Gefeiert wird heute der Heilige Antonius zu Padua, der aber in Lissabon geboren wurde. Zu seinem Todestag findet das Fest statt.

Höhepunkt bilden die Paraden der Stadtteile Lissabon, die "Marchas Populares". In aufwendigen Kostümen marschieren Tanzgruppen durch die Stadt, sie hoffen auf den Sieg bei der Kür der schönsten Darstellung.

Schöne Geste: Die Stadt übernimmt jedes Jahr für 16 Hochzeitspaare die Kosten der Trauung. Sie werden am 12. Juni bereits vermählt und treten am Tag darauf bei den Paraden mit auf.

Gott ganz nah sein: Mosteiro de Alcobaça, Estremadura

König Alfons I. wollte die Mauren vertreiben, jene Herrscher aus dem Orient, die den Süden der iberischen Halbinsel seit dem 8. Jahrhundert fest im Griff hielten. Um sich der Unterstützung seines Gottes sicher zu sein, versprach er ein Kloster zu stiften, wenn er die Festung Santarém einnehmen würde. Das gelang und so wurde 1153 das Mosteiro de Alcobaça gegründet.

Es entwickelte sich zu einem Zentrum der Christenheit. Seine Gebäude gehören mit zu dem Schönsten, was Portugal zu bieten hat. So schön, dass es seit 1989 zum UNESCO Welterbe zählt.

Hinter die Mauern der Mauren schauen: Castelo dos Mouros, Sintra

Die Burg Castelo dos Mouros thront schon seit dem 9. Jahrhundert auf dem Rücken eines Berges oberhalb der Stadt Sintra. Nachdem Alfons I. das Kastell im Jahre 1147 erobert hatte, ließen es die Portugiesen verfallen.

Abgesehen von der fantastischen Lage auf einem Berg, umgeben von Wald, bietet das Castelo dos Mouros heute wunderbare Blicke über das UNESCO-Welterbe der Region Sintra. 

Mit der Tram durch Alfama juckeln: Linie 28, Lissabon

Alfama ist das älteste Viertel Lissabons, das sich zwischen dem Castelo de São Jorge und dem Ufer des Flusses Tejo erstreckt. Kleine Gassen winden sich hier Hügel hinauf, Häuser sind teils wunderschön mit Kacheln verziert. Alfama ist das wunderschöne Herz der Stadt.

Die Linie 28 der städtischen Tram führt mitten durch dieses Viertel. Das Gefährt selbst wirkt liebenswert altertümlich mit seiner gelben Lackierung und den hölzernen Zierleisten.

Wunderbare Landschaft entdecken: Parque Natural da Arrábida, Setúbal

Etwas über eine halbe Stunde Autofahrt von Lissabon nach Süden, und schon findet sich der Reisende mitten in einem der schönsten Nationalparks Portugals, dem Parque Natural da Arrábida.

Zwischen den Orten Setúbal und Sesimbra zieht er sich an der Küste entlang. Dabei bietet er einzigartige Farben: blaugrünes Wasser, beige Sandstrände, weiße Kalkfelsen und grüne Vegetation.

Schmökern in einer Jugendstil-Buchhandlung: Livraria Lello, Porto

Dieses Geschäft ist einzigartig. Einzigartig schön! Die Livraria Lello steht in Portugals zweitgrößter Stadt Porto. Die Fassade außen ist schon ein Hingucker, doch was sich innen an Jugendstilarchitektur offenbart, lässt die Bücher schnell vergessen: eine Holztreppe mit rotem Teppich windet sich gleich einer Blume hinauf in den ersten Stock, darüber wölbt sich ein großes Oberlichtfenster mit wunderbarer Verzierung.

Übrigens: Lesen muss man hier nicht unbedingt. Es gibt ein Café im ersten Stock unter dem Glasdach, in dem der Besucher einfach nur die Umgebung genießen kann.

Kummer in bunt: Palácio Nacional da Pena, Sintra

Bayern hat sein Neuschwanstein, Portugal seinen Palácio Nacional da Pena. König Ferdinand II. von Portugal ließ dieses Schloss im 19. Jahrhundert errichten. Es wurde ein Stilmix aus verschiedenen Kunstepochen, der fast bis zum Kitsch reicht. Die unterschiedlichen Pastellfarben an den Fassaden unterstreichen das noch.

Ferdinand ließ dieses Bauwerk auch für seine Frau Maria errichten, als Liebesbeweis. Das Schicksal wollte es aber, dass sie verstarb, ehe sie auch nur einen Fuß in das Gemäuer setzen konnte.

Der Palácio Nacional da Pena gehört mit zum UNESCO-Welterbe der Region Sintra.

Einen guten Wein mit Blick genießen: Douro-Tal, Região Norte

An der Stadt Porto mündet der Fluss Douro ins Meer. Folgt man seinem Lauf aber landeinwärts, findet der Besucher ein wunderschönes Tal vor, das ab und an von kleinen Dörfern unterbrochen und gesäumt wird von Weinbergen. Denn hier wird unter anderem Portwein gekeltert.

Das Tal lässt sich auch auf einem der alten Schiffe erkunden, den Rabelos. Sie fahren ab dem Ort Pinhao. Im Sommer fährt auch eine historische Eisenbahn mit Dampflok von Régua über Pinhão bis nach Tua.

Das Douro-Tal zählt übrigens ebenfalls zum UNESCO-Welterbe.

Eine Stadt aus dem Mittelalter: Óbidos, Estremadura

Ausflug in eine Stadt des Mittelalters. Der Ort Óbidos ist noch komplett von einer Mauer umgeben, auf der der Besucher gemütlich spazieren kann. Außerdem steht hier eine sehenswerte Burg aus dem 13. Jahrhundert. Beeindruckend ist auch das Stadttor, das wunderschön mit bemalten Kacheln versehen ist.

Natürlich bietet Óbidos auch wunderschöne Gassen zwischen weiß getünchten Häusern hindurch, auf denen traditionelle Geschäfte ihre Waren anbieten.

Strände zwischen Felsriesen: Praia da Marinha, Algarve

Bis zu 30 Meter hoch türmen sich beige Klippen hier auf. Als wollten sie die Sandstrände in ihrer Mitte vor den kühlen Winden des Meeres beschützen, und tatsächlich: In den kleinen Buchten lässt sich herrlich in der Sonne und im Meer baden.

Damit einem nicht langweilig wird, haben die Felsen sich hier teils zu Kunstwerken geformt, etwa zu den berühmten Felsbögen von Praia da Marinha.

Noch mehr Portugal!

In unserem Reiseführer zu Portugal findest Du diese und weitere spannende Sehenswürdigkeiten des Landes.

Schau es Dir doch hier einmal an.

Text: Stephan Goldmann

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