Der perfekte TripRocky Mountains

© Pete Seaward
© Pete Seaward

Freiheit und Wildnis, Bisons, Hirsche und Dickhornschafe, Geysire und Cowboys zum Bar-Hopping: Mindestens so spannend wie im Sommer sind die amerikanischen Rockies während der kalten Jahreszeit. Dann erlebt man ihre Naturschönheiten beim Schneeschuhwandern, Reiten und Eiskraxeln

Der Reiseplan

Ein schmaler Streifen liegt zwischen Colorado und Wyoming, verbunden durch die Rockies, die sich jetzt im schönsten Winter-Outfit zeigen. Erkunden Sie die atemberaubende Natur der Nationalparks – und die lässige Szene in Boulder!

  1. Bevor man in die Stille der Rockies abtaucht, lädt das Unistädtchen Boulder zu Mußestunden mit Bierkneipen, Outdoor-Spaß und Hippie-Flair ein.
  2. Colorados Rocky Mountain National Park ist ein Winterwunderland, das man per Pferd oder auf Schneeschuhen durchstreift.
  3. Tolle Begegnungen mit Elchen und Cowboys sind Ihnen in den Bergtälern von Wyoming gewiss, wo der Grand Teton für einzigartige Fotomotive sorgt.
  4. Grasende Bisons in einer Landschaft aus Dampf und brodelnden Quellen: welcome in Yellowstone, dem ältesten Nationalpark der USA!

1. Boulder

Es gibt kein besseres Tor zu den amerikanischen Rockies als das Städtchen in Colorado mit seinen Outdoor-Aktivitäten sowie der kreativen Restaurant- und Craft-Beer-Szene.

Wie eine Sprungschanze kommt die kleine Stadt Boulder daher. Wegen ihrer Lage an den fast senkrechten Felswänden der Flatirons auf über 1600 Höhenmetern, aber auch weil sie der letzte Ort ist, an dem man ausgelassen das urbane Leben zelebrieren kann, ehe es in die abgeschiedene Bergwelt geht. Das ganze Jahr über pilgert eine wechselnde Schar von Wanderern, Radfahrern, Kanuten sowie Wintersportlern in die Rockies und schlägt ihr erstes Quartier am Fuße der Gebirgskette auf, rund 45 Kilometer nordwestlich von Denver. Hier wimmelt es nur so vor Parks, Hiking- und Biking-Trails. Kein Wunder, dass Colorados Outdoor-Paradies in Umfragen regelmäßig zu den lebenswertesten Flecken der USA gewählt wird. Fast ein Drittel der rund 98.000 Einwohner sind Studenten der University of Colorado und der Naropa University, einer buddhistischen Stiftung, die bei den Hippies von heute sehr angesagt ist.

Von der quirligen Unruhe der bewegungshungrigen Boulderianer ist an diesem Morgen wenig zu spüren. Es schneit seit Tagen ohne Unterbrechung. Wie ein Federbett hat sich der Schnee über die Stadt gelegt. Gut dass es genug Wohlfühlplätze in Laufnähe gibt, in denen man es sich drinnen gemütlich machen kann. Eine kleine Flucht vom Schneegestöber vor der Tür ist das im New-Orleans-Stil gehaltene „Lucile’s“, perfekt zum Frühstücken. Seit über 30 Jahren werden hier Eiergerichte nach kreolischer Art zubereitet, ebenso köstlich wie die Beignets (Krapfen) in Puderzucker. Dazu ein dampfender Zichorienkaffee, und der Tag kann starten!

Hinter der Location befindet sich das Shambhala Center, ein buddhistisches Retreat mit dem „Dushanbe Teahouse“, ein Geschenk von Boulders Partnerstadt Duschanbe in Tadschikistan. Unter dem Dach mit kunstvollem Schnitzwerk und Malereien werden Gerichte aus aller Welt und natürlich Tee serviert (boulderteahouse.com). Boulder mit seinen vielen familiengeführten Restaurants ist übrigens ein echtes Foodie-Paradies. Zu den Lokalmatadoren gehört Eric Skokan, der mit seiner Frau Jill das Gourmetrestaurant „Black Cat“ und das benachbarte Bistro „Bramble & Hare“ betreibt. „98 Prozent des Gemüses, das hier auf dem Teller landet, stammt von unserem Bauernhof“, erzählt Eric, der zwischen seiner Gastronomie und der Landwirtschaft vor den Toren der Stadt pendelt. „Wir haben hier ein einzigartiges Klima: Bohnen, Karotten und Knollen gedeihen in der kalten Bergluft wunderbar.“

Und auch Gerste! Boulder katapultierte sich bereits in den 1980er-Jahren zum Craft-Beer-Mekka, als im Rest des Landes noch ausschließlich Bud gekippt wurde. „Die Schnee schmelze der Rockies liefert bestes Brauwasser“, sagt Adam Avery von der gleichnamigen Brauerei. Allabendlich verwandelt sich die Pearl Street Mall im Zentrum in eine Partymeile, deren Brauerei-Kneipen zu der Riesenauswahl feiner Biersorten Bluegrass und Jam-Sessions ausschenken. Und wo Hippies mit Hardcore-Sportlern ordentlich feiern.

Text: Rory Goulding, Deutsche Bearbeitung: Andrea Bierle, Fotos: Pete Seaward

Den vollständigen Artikel mit allen Stationen in den Rocky Mountains finden Sie in der Dezember-Ausgabe des Lonely Planet Traveller.

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