OzeanienFidschi-Inseln - das kaum bekannte Südsee-Paradies

Mamanuca-Inseln aus der Luft - (Foto: ©Matteo ColomboGetty Royalty Free)

Weiße Strände, bunte Korallenriffe und koloniale Bauten - die Fidschi-Inseln sind ein kleines Paradies, verloren im Südpazifik. Wir entdecken seinen Charme.

Zieht man auf der Landkarte von Neuseeland aus einen geraden Strich nach Norden, trifft der Stift nach 1.770 Kilometern auf die Fidschi-Inseln: 332 kleine und große Eilande, die ihre Existenz den feurigen Aktivitäten der Pazifik-Vulkane verdanken.

Auf Fidschi leben gerade mal 860.000 Menschen, Tendenz sinkend. Die Zahl der Urlauber steigt hingegen: Im Jahr 2016 besuchten 792.320 Menschen die Inseln, vorwiegend aus Australien und Neuseeland. Überlaufen sind die Fidschis damit nicht. Schuld an diesem noch recht verhaltenen Tourismus sind sicher die politischen Wirren der vergangenen Jahre. Fidschi ist heute zwar eine Demokratie, doch der letzte Militärputsch fand erst 2006 statt. Derzeit allerdings warnt das Auswärtige Amt nicht vor der Reise dorthin, man sollte sich vor der Abreise eben über die Lage informieren (hier kann man aktuell prüfen: Reiseinfo Fidschi Auswärtiges Amt).

Aus Europa oder gar Deutschland verirren sich dennoch nur wenige Touristen auf dieses Inselparadies. Es ist eben wirklich am anderen Ende der Welt und kaum bekannt. Aber genau das suchen ja einige Reisende.

Eine pulsierende Hauptstadt: Suva, Viti Levu

Rund ein Zehntel der Bevölkerung der Fidschis versammelt sich in der Hauptstadt Suva, auf Fidschis größter Insel Viti Levu. Wer durch die belebten Straßen zieht, sieht sich einem Stilmix aus modernen Bauten und Gebäuden der englischen Kolonialzeit ausgesetzt. Im zentralen Markt der Stadt bieten Händler Früchte und Fische an, Imbissbuden und Kunsthandwerker bezirzen den Besucher mit heimischen Gerichten und Souvenirs. 

In Suva befindet sich zudem ein botanischer Garten, auf dessen Gelände das Völkerkundemuseum der Fidschis und ein sehenswerter Uhrturm stehen. Von Suva aus verkehren Fähren zu den kleineren Nachbarinseln. Und natürlich gibt es nahe der Stadt jede Menge Sandstrände.

Ein Tribut an die indische Bevölkerung: Sri Siva Subramaniya Tempel, Viti Levu

Alt ist er noch nicht: 1976 wurde der Sri Siva Subramaniya Tempel in seiner jetzigen Form eingeweiht. Und dennoch ist er nicht nur ein farbenfroher Hingucker. Er steht auch für die indische Minderheit auf den Fidschis. Denn als die Briten noch Kolonialherren waren, zogen sie viele Arbeitskräfte aus ihrer anderen Kolonie Indien mit an.

Die Briten sind lange fort, aber die Inder leben hier noch immer als eine Minderheit. Der Konflikt zwischen den Ureinwohnern und den Indern führte leider in der Vergangenheit immer wieder zu Gewalt. Doch im Augenblick scheint der Konflikt gelöst.

Der Tempel kann gegen eine kleine Gebühr besichtigt werden. Er steht im Ort Nadi an der Westküste der Hauptinsel.

Ein Ort wie im Wilden Westen: Levuka, Ovalau

Die ehemalige Hauptstadt Fidschis, während der britischen Kolonialzeit, war Levuka. Sie hat sich bis heute ein ganz eigenes Flair bewahrt, denn die Fronten vieler Häuser erinnern stark an Städte des einstigen Wilden Westens der USA: bunte Holzbauten mit Flach- und Vordach an einer Straße aufgereiht. Wo einst berüchtigte Seefahrerspelunken standen geht es heute gesittet zu. Krimskrams-Läden, Snackbuden und andere Geschäfte haben sich in den Häusern breit gemacht.

Dass Levuka etwas Besonderes ist, hat die UNESCO mittlerweile verbrieft: Die Siedlung ist die derzeit einzige Welterbestätte der Fidschis.

Ein Rückzugsort der Tradition: Navala, Viti Levu

Vielleicht muss man es schon als eine Art Freiluftmuseum ansehen, das Dorf, das hier oben im Nausori-Hochland im Norden der Hauptinsel Viti Levu steht. Denn die Dorfgemeinschaft baut immer noch die traditionellen Fidschi-Häuser aus Bambus, Bast und Stroh. Statt einer Mikrowelle wärmt im Inneren der Hütten noch immer eine traditionelle Feuerstelle das Essen auf. Dazu kommt noch: Das Dorf ist umgeben von einer wunderbaren Berglandschaft. 

Eine Insel voller Dschungel: Taveuni

Die drittgrößte Insel Fidschis heißt Taveuni und bezeichnet sich selbst als die Garteninsel. Sie ist bedeckt mit üppigem Regenwald und umgeben von wunderschönen Korallenriffen. Geführte Touren bringen den Besucher in den Dschungel - und natürlich auch wieder heraus.

Wasserfälle sind übrigens häufig anzutreffen. Einer der berühmtesten liegt bei Waiyevo: die Waitavala Water Slide. Mutige lassen sich hier die steinerne Naturrutsche hinabspülen.

Ein Tauchspot in pazifischer Wärme: Great Astrolabe Reef, Kadavu

Die viertgrößte Insel der Fidschis heißt Kadavu. An deren Nordküste befindet sich das Great Astrolabe Reef, eines der größten Riffe der Welt. Es ist nur eben nicht so bekannt wie etwa das Great Barrierer Reef - gut für Taucher, die gerne weniger Trubel um sich herum haben.

Bei Wassertemperaturen zwischen 25 und 32 Grad lässt es sich hier angenehm in die Unterwasserwelt abtauchen. Mit etwas Glück trifft der Taucher Mantas, Schildkröten, Riffhaie und andere Schönheiten des Meeres.

Neben dem Great Astrolabe Reef gibt es freilich noch viele weitere Tauchreviere auf den Fidschis. Zum Beispiel die für ihre Bullenhaie bekannte Beqa Lagune.

Eine Welt wie für Robinson: Mamanuca & Yasawa Inseln

Westlich der beiden großen Inseln Viti Levu und Vanua Levu ziehen sich zwei Inselgruppen wie an einer Perlenkette aufgereiht entlang. Die Mamanucas liegen der Hauptinsel etwas näher und bieten daher mehr Action: Surfen und andere Wassersportarten. Die nördlichen Yasawas sind eher abgeschiedene Vorposten im Pazifik. Hier herrscht Ruhe an himmlischen Stränden und Lagunen.

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