Von Griechenland bis AustralienDrei geheime Weltwunder

©KalypsoWorldPhotography _ Alamy
©KalypsoWorldPhotography _ Alamy

Unser Planet steckt voll außergewöhnlicher Orte, von deren Existenz die meisten nichts wissen. Wir haben drei dieser „Geheimratsecken“ für Sie zusammengestellt – mit exklusiven Erfahrungsberichten der internationalen Autoren von Lonely Planet.

Schaukeln am Ende der Welt

Hoch oben in prekärer Lage am Rand einer Schlucht thront im Dschungel Ecuadors ein Baumhaus. Die „Casa de Arbol“ überwacht die seismischen Aktivitäten des benachbarten Tungurahua, eines aktiven Vulkans. Todesmutige Besucher kommen jedoch wegen der Schaukel – ein einfaches Brett an zwei Seilen, das von einem Zweig hängt. Sicherheitsvorkehrungen wie Gurtzeug oder ein Netz gibt’s nicht, wer also über der Schlucht schaukelt, nimmt sein Schicksal selbst in die Hand. Die Belohnung: ein atemberaubender Blick über den Canyongrund und vielleicht sogar auf einen ausbrechenden Vulkan.

→ Von der nahe gelegenen peruanischen Stadt Baños führt eine 10,5km lange, steile, verschlungene Bergstraße zur Schaukel.

Mönchspfade und Höhlen

Ab dem 11. Jahrhundert, noch vor dem Bau der Klöster, lebten Einsiedler in Höhlen in ganz Meteora, die durch ein umfangreiches Netz aus monopatia (Mönchspfade) miteinander verbunden waren. An diesen uralten, abgeschiedenen Wegen liegen diese Klöster und in senkrecht aufragenden Felswänden verbergen sich Einsiedlerhöhlen, die von unten aussehen wie Taubenlöcher.

Einsiedler-Klettertour

Auf den Spuren furchtloser Einsiedler können sich Besucher einen Adrenalinschub verschaffen: Mit Seilen gesichert, geht es wie anno dazumal auf alten Wegen und über schmale Felsvorsprünge. Ausgerüstet mit Trinkflasche, trittfesten Schuhen und einem Seil führt die Wanderung entlang der Sandsteinriesen.

Höhle von Theopetra

Die faszinierende, vollständig im üppig bewachsenen Berghang versteckte Theopetra-Höhle stammt aus der Zeit der Neandertaler. Bei einer Mauer vor der Höhle soll es sich um eines der ältesten von Menschen errichteten Bauwerke der Welt handeln. Man kann die Höhle, die sieben Kilometer südöstlich von Kalampaka liegt, mit einem Führer besichtigen.

Vikos-Schlucht im Pindos

Das winzige, aber reizende Dorf Pyli ist das Tor zur atemberaubenden Vikos-Schlucht: das perfekte Ziel für einen herrlichen Tagesausflug. In Pyli steht auch die wunderschöne Kirche Porta Panagia aus dem 13. Jahrhundert. Am besten lässt man sich vom betagten Schlüsselwart herumführen - im nahen Café nach ihm fragen! Pyli liegt 46 Kilometer südlich von Kalampaka und ist nur mit einem eigenen Fahrzeug zu erreichen.

Übernachtung im Alsos House

Zu jedem Meteora-Besuch gehört eine Übernachtung im „Alsos House“ (alsoshouse.gr) von Yiannis Karakantas. Yiannis, eine Art griechische Version von Loriot, weiß mehr über die Gegend als irgendjemand sonst. Wenn man Glück hat, ist er in Plauderlaune und lässt seine Gäste ein bisschen an seinem Wissen teilhaben.

Rosarote Aussichten: Lake Hillier

Auf Landkarten sind Gewässer immer blau eingezeichnet, so wie sie aus der Luft normalerweise aussehen. Karten von Middle Island, einem Teil des australischen Recherche-Archipels, zeigen den Lake Hillier ebenfalls meist als blau, dabei erstrahlt der See tatsächlich in leuchtendem Pink. Die Wissenschaft ist sich nicht ganz im Klaren, wie der See zu seiner Farbe kam. Denn nur ein paar Schritte entfernt erstreckt sich der tiefblaue Ozean. Die Farbe des Sees ist keine Spiegelung des Seegrunds und hat auch nichts mit der Färbung saisonaler Bakterien zu tun, wie das bei vielen anderen bunten Seen der Fall ist – seine rosa Farbe bleibt auch dann erhalten, wenn man das Wasser in eine Flasche füllt.

→ Middle Island gehört zu einem für Touristen gesperrten Wildnisgebiet, den Lake Hillier kann man aber auf einem zweistündigen Hubschrauberrundflug ab Esperance bestaunen.

Noch mehr Weltwunder entdecken?

Dann lohnt ein Blick in die aktuelle Oktober/November-Ausgabe 2018 des Lonely Planet Magazins. Von Alaska bis Neuseeland präsentieren die Lonely Planet-Autoren die eindrucksvollsten Plätze der Welt.

Alle Infos zum Magazin findest du hier.

Text: Amanda Canning / Fotos: Adrienne Pitts

nach oben