City Trip Liebe Grüße aus Rom!

© Susan Wright
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Ein paar sehr nette Locals haben uns ihre Lieblingsplätze in der italienischen Hauptstadt verraten. Allesamt mit dem Prädikat „unbedingt mal anschauen“. Mille grazie!

Elisa Valeria Bove, Archäologin

Die Stadtführerin

Mitten in den Ruinen des Forum Romanum, wo sich einst zwischen Tempeln, Triumphbögen, Säulen und Wirtschaftsgebäuden das öffentliche Leben der Stadt abspielte, liegt ein Rosengarten. Dort treffen wir Elisa Valeria Bove. Sie ist promovierte Archäologin, bietet historische Stadtführungen an und erzählt gleich fröhlich drau!os: „An diesem Ort lebten die vestalischen Jungfrauen. Es waren Priesterinnen, die dafür zu sorgen hatten, dass das heilige Feuer nie ausging. Allerdings bezwei!e ich stark, dass die meisten von ihnen tatsächlich Jungfrauen geblieben sind“, Elisa grinst, „dafür ging es im antiken Rom viel zu heiß her …“

So ein Rundgang mit Signora Bove durch die alten Gemäuer Roms ist spannend, denn sie war schon an zahlreichen Ausgrabungen beteiligt und kann die antike Geschichte mit Leben füllen. „Viele denken ja, dass die Gladiatoren so durchtrainiert aussahen wie Russell Crowe in dem berühmten Blockbuster“, erzählt sie zum Beispiel, „das stimmt aber gar nicht. Die ähnelten eher Sumo-Ringern, da sie zum Schutz gegen die Schwerthiebe dick gepolsterte Rüstungen trugen.“ Rom sei mit einer Lasagne vergleichbar, schwärmt Elisa, „jede neue Ära wurde einfach auf die vorherige aufgeschichtet. Und wir Archäologen decken Schicht für Schicht ab.“

Mehr Infos: Elisas Touren sind buchbar über neverendingrome.com, vierstündige Privattouren für bis zu 8 Personen gibt es ab ca. 420 €

Elisas Lieblingsplätze

Einer der Orte, die es Elisa besonders angetan haben, ist die Villa dei Quintilii. Oft radelt sie am Wochenende die Via Appia entlang, um die Ruinen des einstigen Wohnhauses zweier Konsule zu besuchen, das im 2. Jahrhundert n. Chr. erbaut wurde. Die Überreste der riesigen Villa (plus gut erhaltener Badeanlage mit Pool) lassen noch heute erahnen, wie luxuriös das Bauwerk einst ausgestattet war. Eine Tatsache, die den Bewohnern, einem Bruderpaar, letztlich zum Verhängnis wurde: Aus Neid über die prunkvolle Residenz ließ Kaiser Commodus sie 182 n. Chr. hinrichten. Raue Sitten. „Eine Besichtigung lohnt sich“, sagt Elisa und zeigt auf Überreste antiker Marmorfliesen im Garten. Ihr Tipp: „Unbedingt auch in das zur Villa gehörende Museum gehen. Dort sind sehenswerte Exponate ausgestellt. Ich wundere mich immer, dass nur so wenige Touristen herfinden.“

Vielleicht ist das Angebot antiker Schätze aber auch einfach zu groß? „Ja, stimmt. In Rom werden permanent Ausgrabungen vorgenommen. Wer fünf Jahre nicht hier war, kann zahllose neue Kunstschätze bewundern, die er noch nie zu Gesicht bekommen hat. Und je mehr meine Kollegen und ich zutage fördern, desto unmöglicher wird es für die Museen, Platz für all diese Schätze zu schaffen.“ Das erklärt auch, warum es nirgendwo sonst so viele Museumsneugründungen gibt wie in Rom.

Eines davon ist das Centrale Montemartini Museum, ein ehemaliges Elektrizitätswerk, das zur Ausstellungshalle umgebaut wurde. Heute werden Teile der von Kunstwerken überquellenden Antikensammlungen der „Kapitolinischen Museen“ gezeigt: kunstvolle Mosaiken, Venus-Statuen und der Arm einer ursprünglich acht Meter hohen Skulptur, unter dem sich ein Erwachsener bequem verstecken könnte.

Ein anderer Lieblingsort Elisas verbirgt sich hinter der Spanischen Treppe: die Via Margutta im Zentrum. Ein enges Gässchen mit hübschen, mit Efeu bewachsenen Häusern, von denen einige Künstlern und Malern gehörten. „La Dolce Vita“- Regisseur Federico Fellini lebte zum Beispiel hier. Kein Wunder, es ist ein lauschiges Plätzchen. Besonders schön ist es, an einem warmen Sommerabend hier hindurchzuspazieren und den Händlern beim Schwatz im Türrahmen ihrer Geschäfte zu lauschen. Eine kleine Oase im riesigen Rom.

Mehr Infos: Villa dei Quintili, archeoroma.beniculturali.it/en/archaeological-site/villa-quintilii, Eintritt ca. 6 €, Online-Tickets auf coopculture.it
„Centrale Montemartini Museum“, Eintritt ca. 7,50 €, en.centralemontemartini.org

Text: Gabrielle Jaffe, Deutsche Bearbeitung: Elena Rudolph, Fotos: Susan Wright

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