EuropaSieben sinnliche Schlafplätze, an denen Du kein Auge zumachen willst

(Foto: © Peter Lundström / WDO)
(Foto: © Peter Lundström / WDO)

Reiseziel Bett: Diese Unterkünfte für die Nacht sind das besondere Erlebnis einer jeden Reise. Ob Du dort allerdings wirklich schlafen möchtest oder lieber die ganze Nacht wach bleibst, um das besondere Ambiente zu genießen, ist eine andere Frage ...

Schlafen in den Bäumen: Entspannt am Ast sägen

Als Kinder haben es viele schon getan: gemeinsam in einem Baumhaus schlafen. Und so kann eine Übernachtung eben auch eine Reise zurück in die eigene Vergangenheit werden. Zurück zu jenen aufregenden Momenten, als man zwischen Ästen kein Auge zu tat und sich stattdessen spannende Geschichten zuflüsterte.

Keiner muss dabei aber heute noch auf Komfort verzichten. Und dem erwachsenen Auge darf man ruhig auch etwas kunstvolleres Design gönnen.

Eine perfekte Mischung bieten zum Beispiel die Schweden Britta und Kend Lindvall mit ihrem Treehotel an. In einem Wald etwas südlich des Polarkreises haben sie wahrhafte Kunstobjekte in die Bäume gehoben. Der "Mirrorcube" spiegelt seine Umgebung derart wider, dass man fast meint, er wäre unsichtbar.

So kühl und spiegelnd er von außen jedoch wirkt, im Inneren ist der Würfel mit hellem, gemaserten Holz urgemütlich ausgekleidet.

Weitere Baumhausdesigns dieser Hotelanlage sind kegelförmig, sehen aus wie eine Seilbahngondel oder eine fliegende Untertasse.

Wer es dann doch lieber etwas südlicher in Europa haben möchte, findet eine spannende Baumhaus-Alternative in Süd-Frankreich: Der Anbieter Chateaux dans les Arbes zaubert hier ganze Schlösser aus Holz zwischen die Bäume.

Schlafen im Fels: Gemütliche Gewölbe

Das ist nichts für Klaustrophobiker, denn hier nächtigen Gäste mitten im Felsgestein und nicht überall gibt es ein Fenster nach draußen.

Doch das Wohnen in Grotten und Höhlen ist dem Menschen an sich nicht neu. Und so gibt es altehrwürdige Wohnstätten, wie zum Beispiel die Grotte della Civita im Süden Italiens. Sie liegt im Sassi di Matera, einer der Welterbestätten der UNESCO. Hier haben schon vor tausenden Jahren die Menschen ihre Behausungen in den weichen Tuffstein hineingetrieben.

Wer sich nun feuchte Wände und modrige Luft vorstellt, wird enttäuscht werden. Denn im Inneren sind behagliche Kammern eingelassen. Moderne Badamaturen gehen hier Hand in Hand mit altehrwürdigen, dunklen Holzmöbeln, die von warmen Kerzenlicht angeleuchtet werden. Der Blick durch das Fenster fällt auf den wunderbaren Parco Naturale della Murgia, einer grün-grauen Felslandschaft.

Höhlen boten den Menschen auch immer die Möglichkeit dem Trubel der Welt zu entfliehen. So hielt es auch einst der Heilige Martin von Tours: Er zog sich in Höhlen oberhalb des Flusses Loire zurück. Es gefiel im dort so gut, dass er ein Kloster gründete - in den Höhlen lagen lange noch die Schlafgemächer der Mönche.

Würden die Gottesdiener allerdings heute in ihre einstigen Kammern zurückkehren, kämen sie aus dem Staunen nicht mehr heraus. Denn mittlerweile hat das Hotel "les hautes roches" die Zellen ins Luxuszimmer mit modernen Interieur verwandelt. Und statt eines kargen Mals erfreuen sich Gäste nun an der gehobenen Küche des Hauses.

Eines aber ist gleich geblieben: noch immer findet der Besucher in den Höhlen Ruhe vom Trubel der Welt.

Schlafen unter Wasser: Auf Tauchstation

Zimmer mit Blick gibt es auch hier in Schweden. Nur sollte der Reisende es lieber nicht öffnen. Denn statt frischer Luft käme ein Schwall Wasser hinein. Das Hotell Utter Inn liegt halb unter der Oberfläche im Mälaren-See nahe dem Hafen von Västerås. Der Mälaren ist immerhin dreimal so groß wie der Bodensee.

"Utter Inn" heißt "Otter Absteige", und so fühlt man sich in dem Häuschen auch, das nur per Boot zu erreichen ist.

Das Utter Inn ist eher etwas für Naturfreunde. Über Wasser bietet es Küchenutensilien und eine Toilette, unter Deck die Schlafkammer mit Panoramafenstern. Bei gutem Wetter nutzen Gäste noch die Veranda. Elektrizität gibt es hier nicht.

Schlafen im Spukhaus: Be-Geisternd

Nirgendwo spukt es mehr als auf der Insel: In Großbritannien schlafen Gäste schon fast schon zwangsläufig mit Geistern. Aber ein bisschen Luxus sollte schon sein, denn das sorgt erst für richtige Begeisterung. Schließlich schläft man nicht alle Tage auf einem Schloss.

In Schottland bietet Dalhousie Castle diesen Luxus unter Geistern. Hier soll Lady Catherine spuken und Gäste bisweilen sogar an den Haaren ziehen - böser Geist! Bei ihrer tragischen Geschichte, kann man ihr das jedoch nachsehen: Weil sie als Teenager ihren Geliebten nicht sehen durfte, schloss sie sich in ihr Zimmer ein und hungerte sich selbst zu Tode - etwas das dem heutigen Gast im Hotel sicher nicht passieren wird.

Wer es gerne mehr metropol mag: Im Langham Hotel in London soll Raum 333 besonders heimgesucht sein. Bis zu sieben Geister tummeln sich dort angeblich.

Schlafen im Eis: Kalte Wände, warme Decken

Im Winter sind sie wahre Paläste, doch wenn der Sommer kommt, schmelzen sie einfach wieder weg. Diese Hotels sind vergänglich und deshalb so einzigartig.

Sicherlich einer der berühmtesten Vertreter ist das Icehotel bei Jukkasjärvi in Schweden, das jedes Jahr neu aus dem gefrorenen Wasser des nahen Flusses Torne modelliert wird. 55 Zimmer und mehrere Bars und Restaurants bietet es.

Dabei ist das Hotel nie gleich, denn jedes Jahr dürfen sich von neuem Künstler bewerben, die gerne ihr eigenes Design hier zum Leben erwecken wollen.

Auf den Fellen und in den Schlafsäcken wird es kuschelig, der Rest des Hotels wird hingegen nie wärmer als 5 Grad Celsius – mehr wäre der Festigkeit des Materials abträglich. Dennoch: Wer hier übernachten möchte, bekommt vorher Instruktionen und erhält spezielle Schlafsäcke. Die meisten Gäste bleiben dann auch nur eine Nacht in den Eis-Zimmern, ehe sie in eine der benachbarten normal gebauten Räume wechseln.

Wer es etwas näher als den Polarkreis haben möchte, der fährt im Winter in die Alpen. Auch dort gibt es Hotels im Eis. Zum Beispiel die Igludörfer in der Schweiz und Deutschland. Oder das Igloo Village in der Kranjska gora in Slowenien.

Schlafen im Leuchtturm: An der Quelle des Lichts

Früher hat er den Booten auf der Nordsee heimgeleuchtet, heute bietet er ein Heim für Gäste in Friesland. Im Leuchtturm von Harlingen in den Niederlanden können Gäste drei Etagen mit allen Annehmlichkeiten mieten - und mit einem Wahnsinnsausblick. Das Schlafzimmer ist bereits rundumverglast. Doch ganz oben, wo einst das Leuchtfeuer brannte, befindet sich ein Tisch mit zwei Sitzplätzen, der den schönsten Blick bietet.

Bei einem Frühstück hier sieht der Besucher einerseits auf das Wattenmeer hinaus in Richtung friesische Inseln, andererseits überblickst er die Stadt Harlingen.

Natürlich gibt es noch weitere Leuchttürme mit Übernachtungsmöglichkeit in Europa. Zum Beispiel “le Phare de Kerbel” bei Riantec in der Bretagne. Hier liegt das Schlafzimmer direkt dort, wo einst das Leuchtfeuer brannte, die Blicke schweifen dabei über den rauen Atlantik.

Schlafen unter Nordlichtern: Ein echtes Highlight

Als wäre die Milchstraße an sich nicht schon beeindruckend genug, fließen hier leuchtende Schlieren grünen Lichts über den Nachthimmel. Die Aurora Borealis ist besonders gut im äußersten Norden Europas zu sehen.

Lappland in Finnland steht dabei im Ruf die besten Chancen auf die Nordlichter zu haben. Darum haben sich dort einige Unterkünfte auf das Beobachten der Himmelserscheinung spezialisiert - sie bauen mit Dächern aus Glas oder gestalten gleich Glasiglus wie zum Beispiel der Anbieter Kakslauttanen.

Frieren muss hier allerdings keiner. Denn meist sind die Unterkünfte innen mollig warm und sogar mit Rentierfelldecken ausgestattet. Und so kann man wohlig warm das Himmelsspektakel verfolgen.

Noch mehr einmalige Erlebnisse!

Das Buch zum Text

Es gibt noch viele Ausflüge, Unterkünfte und Festivals in der Welt, die etwas ganz besonderes sind. Unser Buch "Du lebst nur einmal" nennt Dir auf 336 Seiten spannenden Erfahrungen, die Dein Leben für immer bereichern werden.

Schau es Dir doch hier einmal an.

Text: Stephan Goldmann, Fotos: Peter Lundström / WDO,  sextantio.it, Leon Grimaldi, Asaf Kliger, Paulina Holmgren, Gert Fopma, Andre Minkema, Valtteri Hirvonen, Kakslauttanen Arctic Resort

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